Mi, 15. August 2018

Streaming, Downloads

12.04.2016 14:15

Musikmarkt dank digitaler Umsätze gewachsen

Die Musikindustrie kann durchatmen: Mit einem Plus von 3,2 Prozent gab es im Vorjahr erstmals seit Mitte der 1990er-Jahre ein signifikantes Wachstum des globalen Marktes. Insgesamt wurden 15 Milliarden Dollar (13,2 Milliarden Euro) umgesetzt, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten "Global Music Report" des Branchenverbandes IFPI hervorgeht. Hauptgrund für die positive Entwicklung ist der Digitalsektor.

"Nach beinahe zwei Jahrzehnten gab es im Vorjahr das erste wirkliche Wachstum", erklärte die IFPI-Vorsitzende Frances Moore. "Wir sind eindeutig Vorreiter in der digitalen Welt." Immerhin ist der digitale Sektor mit 6,7 Milliarden Dollar mittlerweile für 45 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich, während die physischen Verkäufe auch im Vorjahr Einbußen verzeichneten: 5,8 Milliarden Dollar bzw. 39 Prozent des Gesamtmarktes bedeuten zudem, dass Streaming & Co. den physischen Tonträgern erstmals den Rang ablaufen konnten.

Im Streaming sehen die Industrieverantwortlichen konsequenterweise auch künftig viel Potenzial: "Im Vorjahr gab es ein Wachstum von 45,2 Prozent", betonte Edgar Berger, CEO von Sony Music Entertainment. "Streaming steht definitiv im Zentrum der Zukunft unseres Geschäfts. Aber wir sollten bereits schneller wachsen."

Streamen ja, dafür zahlen nein
Konkret sprach er damit einen "value gap" an, der auch im Bericht bezüglich digitaler Plattformen herausgearbeitet wird: 68 Millionen User weltweit nutzen sogenannte Abo-Modelle, um auf Musik zuzugreifen. Daraus resultieren geschätzte zwei Milliarden US-Dollar Umsatz. Im Unterschied dazu gibt es aber weitere 900 Millionen Nutzer, die auf freie oder werbebasierte Angebote zugreifen. Hier werden lediglich 634 Millionen Dollar lukriert.

Dem Musikverband gehe es aber nicht um einen Angriff auf diese Freemium-Modelle, sondern grundsätzlich um jene Anbieter, "die sich nicht an die Regeln halten", unterstrich Moore. "Wir brauchen daher die Unterstützung der Politik. Dieser Marktverzerrung werden wir sonst nicht begegnen können." Gratis-Angebote, die sehr wohl die grundsätzlich vereinbarten Lizenzgebühren erbringen, seien hingegen gute Möglichkeiten, um Nutzer anzusprechen und in weiterer Folge auch für abo-basierte Angebote zu interessieren.

CD in Österreich weiter vorn
Die Entwicklungen sind aber keineswegs überall gleich. So gibt es beispielsweise in Europa von Land zu Land große Unterschiede. Ist in Schweden etwa Streaming das vorherrschende Geschäftsmodell, haben sich die Märkte in Österreich und Deutschland noch nicht so schnell in Richtung Digitalität entwickelt. Hier gilt noch immer der physische Tonträger und damit vorzugsweise die CD als primärer Umsatzbringer für die Musikindustrie.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.