Di, 19. Juni 2018

Aufatmen bei VW

09.12.2015 16:42

Volkswagen: Weniger CO2-Manipulation als erwartet

Im weltweiten Konzern-Beben bei Volkswagen gibt es einen kleinen Lichtblick: Es sind bei Weitem weniger Autos von Manipulationen bei den CO2- bzw. Verbrauchsangaben betroffen als angenommen. Statt rund 800.000 Fahrzeugen in Deutschland sind es offenbar nur 36.000; in Österreich geht es lediglich um 336 statt 8000 bis 10.000 Einheiten.

"Abweichungen wurden in den internen Messungen nur bei neun Modellvarianten festgestellt", teilte VW am Mittwoch in Wolfsburg mit. Vier der Modellvarianten werden in Österreich nicht angeboten, wie aus einer Liste der betroffenen Autos hervorgeht. Hierzulande betroffen sind zwei Golf-Varianten, zwei Jetta-Typen und eine Ausführung des Passat-Variant.

Die Zahlen wurden nach erneuten Prüfungen durch das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt, das Berliner Verkehrsministerium und VW veröffentlicht.

Der Verdacht auf rechtswidrige Veränderung der Verbrauchsangaben habe sich nicht bestätigt, hieß es weiters vom Konzern. Trotz des geringeren Ausmaßes der CO2-Falschangaben bei Volkswagen hält das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) aber an vorgesehenen Nachmessungen fest. Die Behörde hatte nach Bekanntwerden möglicher Abweichungen angeordnet, dass die CO2-Werte der betroffenen Fahrzeuge neu festzustellen sind. "Diese Messungen werden ungeachtet der nunmehr vorliegenden Bewertung durch Volkswagen in vollem Umfang durchgeführt", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums.

Haupt-Skandal bleibt aktuell
Mit Blick auf die vielen anderen aktuellen Großbaustellen bei Europas größtem Autobauer VW löst die gute Nachricht, die am Mittwoch praktisch zeitgleich mit der Krisensitzung des VW-Aufsichtsrates, veröffentlicht wurde, aber nur eines der Probleme. Nach wie vor ungeklärt sind die finanziellen und strafrechtlichen Konsequenzen der Manipulationen von Stickoxidwerten bei weltweit mehr als elf Millionen Diesel-Fahrzeugen aus dem VW-Konzern.

Die internen Messergebnisse sollen nun bis Weihnachten nochmals unter behördlicher Aufsicht bei einem neutralen Technischen Dienst überprüft werden. Anschließend könnten alle Fahrzeuge, bei denen die Richtigkeit der Angaben bestätigt werde, "uneingeschränkt angeboten und verkauft werden". Für alle anderen müssten die Genehmigungswerte im Rahmen "üblicher Prozesse" zunächst noch angepasst werden. Ähnliche Fälle habe es in der Vergangenheit auch bei VW und anderen Autoherstellern bereits gegeben.

Verbrauchabweichungen sind minimal
Nach Angaben von Volkswagen stoßen die besagten neun Modellvarianten entsprechend des gültigen Europäischen Prüfzyklus auf dem Prüfstand "im Mittel nur wenige Gramm CO2" mehr aus als bis jetzt angegeben. Dies entspreche zugleich einer Erhöhung des Verbrauchs im Messzyklus von etwa 0,1 bis 0,2 Liter auf 100 Kilometer. Für den Einsatz auf der Straße bleibe aber alles beim alten: "Die Realverbrauchswerte der Kunden ändern sich nicht, zudem sind keine technischen Maßnahmen an den Fahrzeugen notwendig", hieß es weiter.

"Es gab anfangs Unplausibilitäten", sagte ein VW-Sprecher, "und es gab Mitteilungen von Mitarbeitern, die sich nicht sicher waren, ob bei Messungen alles mit rechten Dingen zugegangen war." Eine Hochrechnung habe dann ergeben, dass 800.000 Autos betroffen sein könnten. Der Verdacht habe sich aber nun nicht bestätigt.

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