30.05.2006 09:42 |

Projektoren-Kür

Das sind die Top-Beamer

Es führen fast so viele Wege nach Rom, wie zum bewegten Bild im Wohnzimmer. Fernsehen kommt meistens übers Kabelnetz oder die Satellitenschüssel, bald auch wieder über die Hausantenne, dann aber digital. Was das anbelangt, ist schnell entschieden. Aber irgendwie und irgendwo muss der Spielfilm, das Fußballspiel oder die Nachrichtensendung angezeigt werden. Früher war das einfach, jetzt gibt es so viel Auswahl, wie nie zuvor. Heimkinoprojektoren bieten sich jetzt auch im Hinblick auf die Fußball-WM immer mehr als lohnende Alternative an!

Das österreichische Testmagazin „Konsument“ hat in seiner aktuellen Juni-Ausgabe 13 Heimkinoprojektoren genau unter die Lupe genommen und mehr als die Hälfte mit der Note „Gut“ ausgezeichnet. Es scheint, als hätten die Top-Beamer den vielfach teureren Plasma- und LCD-Fernsehern einiges voraus, denn sie machen die größeren Bilder und hin und wieder auch die besseren.

LCD-Technologie hat die Nase vorn
Bei den derzeit verfügbaren Beamer-Technologien haben laut Konsument eindeutig die LCD-Beamer die Nase vorn. Hier strahlt die Lampe durch drei Flüssigkristall-Paneele, die den Lichtkegel quasi „filtern“ und so ein farbiges Bild erstellen. Das klappt schon ganz ordentlich, obwohl die LCD-Technologie noch ein klein wenig anfällig auf Stöße und Staub reagiert.

Bei der zweiten Technologie, genannt DLP, brechen und reflektieren tausende, winzig kleine Spiegel den mittels Farbfilter eingefärbten Lichtkegel in all seine Facetten. Hier bekrittelt man generell, das sich die Trägheit der kleinen Spiegel im Bild, vor allem beim Filmgenuss, durch Ruckeln und einen durch die Reflexion bedingten Regenbogeneffekt bemerkbar macht.

Schwarz wird aber nie schwarz sein
Beide Technologien haben somit ihre spezifischen Vor- und Nachteile, eines bringen sie aber gemeinsam nur unvollständig zusammen: schwarz. Zum einen deswegen, weil immer Umgebungslicht das Bild stört, zum anderen, weil kein Beamer der Welt in einem ganz bestimmten Teil des Bildes, binnen Bruchteilen von Sekunden einen tiefschwarzen Fleck erzeugen kann. Das menschliche Auge erkennt das zwar, verzeiht der Technologie diese Macke aber und wenn der Beamer wirklich gut ist, schafft er das volle Schwarz zumindest annäherungsweise.

Panasonic, Hitachi und Sony mit großen Jungs an der Spitze
Für die Tester von „Konsument“ haben drei Kandidaten aus Fernost die Spitzenplätze verdient: Der „PT-AE 900 E“ von Panasonic, Hitachis „PJ-TX200“ und Sonys „VPL-HS60“. Alle drei haben beinahe die gleichen Spezifikationen und unterscheiden sich nur anhand von qualitativen Merkmalen. Die Auflösung beträgt bei allen 1280 mal 720 Pixel, sie tragen ein „HD Ready“-Logo und verfügen über HDMI bzw. DVI-Eingang. 16:9-Unterstützung und Lens-Shift-Funktion – das ermöglicht die Anpassung des Projektionswinkels bei Schieflage oder seitlicher Platzierung neben der Leinwand – gehören auch zur Ausrüstung. Dem Panasonic-Beamer bescheinigt der „Konsument“ die höchste Kontrastrate und hervorragende Videoqualität. Hitachis Gerät punktet mit Lichtstärke und Geräuscharmut. Bei Sonys HD-Beamer stechen Leistungen im Videobereich hervor, mit Grafiken beginnt der „Konsument“ hier aber schon zu hadern.

Sieben gute, großes Mittelfeld, ein Ausreißer
Insgesamt haben sieben von 13 Testgeräten die Note „Gut“ erhalten. Der Testsieger schafft 76 von hundert Prozentpunkten, der siebentplatzierte noch 60. Ein „Sehr gut“ hat keiner bekommen. Unter den sieben Top-Beamern sind die ersten fünf Ränge von LCD-Beamern belegt, was doch so einiges aussagt. Die Preise rangieren hier von 1685,- Euro bis 2636,- Euro. Interessanterweise liegen die drei Top-Geräte im preislichen Mittelfeld. Das beste Produkt ist also nicht immer das teuerste…

Ab dem siebenten Rang geht’s dann auch punktemäßig abwärts. Als Schlusslichter stehen ein Gerät von BenQ mit der Note „Wenig zufriedenstellend“ und der „TDP-S8“ von Toshiba, der die Tester von „Konsument“ gar nicht zufrieden gestellt hat. Auffällig ist hier, dass die Punktezahl mit sinkender Auflösung einhergeht. Einen Beamer mit einer kleineren Auflösung als 1280 mal 720 Pixel sollte man sich also eher nicht kaufen. Auch wenn ihn der Verkäufer noch so gern loshaben will…

Das Konsument-Ranking im Detail:
1. Panasonic „PT-AE 900 E“ für €  1990,– Note: gut
2. Hitachi „PJ-TX200“ für €  1935,– Note: gut
3. Sony „VPL-HS60“ für €  2326,–  Note: gut
4. Sanyo „PLV-Z4“ für € 1685,– Note: gut
5. Epson „EMP-TW520“ für €  1699,–  Note: gut
6. Toshiba „MT 700“ für €  2073,– Note: gut
7. BenQ „PE 7700“ für €  2636,– Note: gut
8. Epson „EMP-TW“ für €  20 873,– Note: durchschnittlich
9. Acer „PD 125 D“ für €  1012,– Note: durchschnittlich
10. Sharp „XR-20S“ für €  1499,– Note: durchschnittlich
11. Infocus „X3“ für €  1095,– Note: durchschnittlich
12. BenQ „MP 620“ für € 979,– Note: weniger zufriedenstellend
13. Toshiba „TDP-S8“ für € 811,–  Note: nicht zufriedenstellend

Die Sache mit der Lampe…
Ganz ohne Glotze geht’s aber trotzdem nicht. Denn ein Beamer kann nie ein Ersatz fürs Fernsehgerät sein. Durch die teuren Leuchtmittel rentiert es sich ganz und gar nicht, einen Heimkinoprojektor fürs nachmittägliche Zapping zu missbrauchen. Die lichtstarken aber empfindlichen Lampen kosten bis zu 500 Euro und halten im günstigsten Fall 2000 Betriebsstunden durch. Sechs Stunden dürfte man maximal pro Tag fernsehen, damit sie ein Jahr lang hält.

Fazit: Es tut sich was am Beamer-Markt!
Aber für den zwischenzeitlichen Filmgenuss mit Popcorn-Flair haben die Top-Beamer schon einiges auf Lager. Und wer die Infrastruktur zuhause vorhanden hat, sprich: ein großes Fleckchen weiße Wand und einen guten Abstellplatz samt Verkabelungsmöglichkeit, der darf eigentlich gar nicht mehr zögern, wenn er sich nach einem Update für sein Heimkino umsieht.

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