10 Jahre Clusterarbeit

Silicon Alps rückt Region ins Zentrum Europas

Kärnten
10.06.2026 20:02

Steirische und Kärntner Mikroelektronikunternehmen, die gemeinsam forschen, Kompetenzen bündeln, ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und für Innovationen sorgen wollten, gründeten den Silicon Alps Cluster – vor zehn Jahren. Was bisher geschehen ist.

„Ein Mikroelektronik-Zentrum im Süden – Das Silicon Valley in den USA zählt zu den Technologie-Hochburgen der Welt. Mit dem „Silicon Alps Cluster“ wollen Kärnten und die Steiermark gemeinsam im Bereich der Mikroelektronik forschen und damit die Wertschöpfung in beiden Bundesländern stärken“, schrieb die „Krone“ am 2. Juli 2016.

145 Unternehmen und Institutionen auf dem Weg in die Zukunft
Im August 2016 wurde der Silicon Alps Cluster gegründet, bei seiner offiziellen Eröffnung im Februar 2017 waren bereits 60 Unternehmen dabei – zehn Jahre später sind es 145 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen; 36 davon aus Kärnten. 80 Prozent der österreichischen Mikroelektronik-Wertschöpfung entstehen in Kärnten und der Steiermark.

„Wir haben ein starkes Innovationsökosystem aufgebaut, wir verbinden Unternehmen, Forschung, Bildung, Politik und machen aus Zukunftstechnologien konkrete Innovationen und Wertschöpfung“, fasst Robert Gfrerer, CEO Silicon Alps Cluster, die Arbeit von zehn Jahren in kurze Worte.

Drei Zukunftsfelder in einer Zeit der Umbrüche
In einer Zeit der technologischen und geopolitischen Umbrüche sieht Matthias Pirs, Director Corporate Affairs bei AT&S, die zentralen Zukunftsfelder in Mikroelektronik, Künstlicher Intelligenz und digitaler Infrastruktur. „Das Datenvolumen wird sich verdreifachen – es muss verarbeitet werden. Der Cluster ist eine entscheidende Plattform. Forschung, Innovation, Industrie, Politik müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen.“

Was? Warum? Wie?

Als bundesländerübergreifende Allianz, die gemeinsam forschen, für Innovationen sorgen und Arbeitsplätze schaffen will, wurde der Silicon Alps Cluster vor zehn Jahren gegründet. 

Der Silicon Alps Cluster ist ein Public-Private-Partnership österreichischer Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand zur Entwicklung und Positionierung der Elektronik- und Mikroelektronikbranche an den Standorten Kärnten (Europastraße 12 in Villach) und Steiermark.

Projektpartner der ersten Stunde waren unter anderem Infineon, AT&S, Lam Research und Ortner Reinraumtechnik.

Als Mitinitiator der Silicon Europe Alliance ist Silicon Alps heute Teil eines europäischen Netzwerks von 14 Elektronikclustern mit mehr als 3000 Unternehmen und Forschungspartnern.

„Mit den geplanten Regions of Excellence bietet der gerade veröffentlichte EU Chips Act 2.0 zusätzliche Chancen, Südösterreich als führende Halbleiterregion Europas weiter zu stärken“, so Robert Gfrerer von Silicon Alps.

„Wir feiern die Entwicklung eines gemeinsamen Innovations- und Wirtschaftsraumes in Südösterreich. Die Betriebe und die Region sind mit Silicon Alps ins Zentrum Europas gerückt“, betont der steirische Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer.

Dass der Fokus auf Schlüsseltechnologien Arbeitsplätze und Wertschöpfung generiere, erfreut Landeshauptmann Daniel Fellner: „Kärnten und die Steiermark sind international als Hightech-Standort deutlich sichtbar.“

Zitat Icon

Zunächst ging es darum, Kärnten und die Steiermark als Innovationsraum international sichtbar zu machen; jetzt um unsere Rolle im europäischen Halbleitersystem.

Robert Gfrerer, CEO Silicon Alps Cluster und Vorsitzender der Silicon Europe Alliance

In der Geburtsstadt des Clusters ist man sich sicher, dass Hightech und Technologie in der DNA der Draustadt verankert seien, so Villachs Vizebürgermeisterin Sarah Katholnig. Das beginne beim MINT-Unterricht im Kindergarten sowie beim mehrsprachigen Unterricht und gehe über den Technologiepark bis in den Silicon Alps Cluster.

Beim Reden kommen die Leut‘ z‘samm – und verknüpfen sich wirtschaftlich
Praktische Beispiele der Arbeit im Cluster verrät Stefanie Rud, CEO von Ortner Reinraumtechnik: „Bei den regelmäßigen Treffen kommen hochrangige Vertreter der Industrie und wir als KMU zusammen. Als kleines oder mittleres Unternehmen denkt man: Angebot – Auftrag – Umsetzung. Die Industrie denkt aber weiter.“ Automatisch gehen KMU und Industrie dann in diese Richtung. „So hat der Cluster schon viele Projekte eröffnet.“ Es entwickle sich Zusammenarbeit mit Firmen, deren Chefs man ohne Cluster nie kennenlernen würde, so Rud.

Am Mittwoch wurde in Villach nicht nur auf die ersten zehn Jahre zurückgeschaut, sondern auch voraus in die Zukunft. Eines sei gewiss: „Clusterarbeit ist Beziehungsarbeit“, betont Stefanie Rud – und Beziehungsarbeit lohnt sich immer.

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