Die Wohnkosten in Österreich sind in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Drittel gestiegen. Besonders Mieter sowie Alleinerziehende-Haushalte spüren die Belastung. Trotz höherer Kosten blieb der Anteil der Ausgaben für Wohnen am Haushaltseinkommen im Durchschnitt aber weitgehend gleich.
Beim Thema Wohnen ist die Luft in den letzten zehn Jahren zunehmend dünner geworden. Laut Statistik Austria haben sich zwischen 2015 und 2025 die monatlichen Kosten für Wohnen um 35 Prozent, bei Mietwohnungen sogar um satte 40 Prozent erhöht. Trotz dieser Entwicklung blieb der Anteil der Wohnkosten am Haushaltseinkommen mit 15 Prozent recht gleich: 2025 lag er bei 15 Prozent, 2015 waren es 16 Prozent. Hintergrund ist die ebenfalls gestiegene Einkommensentwicklung, die den Kostenanstieg im Durchschnitt teilweise kompensierte.
Quadratmeterpreis im Schnitt über zehn Euro
Bei den Mietwohnungen hat sich das Preisniveau spürbar nach oben verschoben. Die durchschnittliche Miete inklusive Betriebskosten überschritt 2025 erstmals langfristig die Marke von zehn Euro pro Quadratmeter und lag bei 10,20 Euro. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede nach Vertragsdauer: Während sehr alte Mietverträge (30 Jahre und älter) im Schnitt bei rund 6,50 Euro pro Quadratmeter liegen, müssen Haushalte mit sehr jungen Verträgen (unter zwei Jahren) im Schnitt 12,40 Euro pro Quadratmeter hinblättern. Etwa die Hälfte der privaten Hauptmietverhältnisse ist befristet, die durchschnittliche Vertragsdauer liegt bei rund sieben Jahren.
Die Wohnform in Österreich bleibt relativ ausgewogen: 47,3 Prozent der Haushalte leben im Eigentum, die meisten davon im eigenen Haus und 43,1 Prozent der Haushalte wohnen zur (Haupt-)Miete, wo vor allem die private Hauptmiete und Genossenschaftswohnungen dominieren.
Wohnkosten treffen nicht alle Haushalte gleichermaßen
Besonders große Unterschiede gibt es bei der Belastung durch Wohnkosten zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Alleinerziehende-Haushalte sind mit Abstand am stärksten betroffen und wenden im Schnitt 29 Prozent ihres Einkommens für Wohnen auf – fast doppelt so viel wie der Durchschnitt aller Haushalte. Rund 80 Prozent dieser Alleinerziehenden-Haushalte bestehen aus Mutter-Kind-Konstellationen.
Rund 1,9 Millionen Personen zwischen 15 und 89 Jahren in Österreich geben an, eine Behinderung zu haben. In dieser Gruppe berichten über 35 Prozent von einer starken Wohnkostenbelastung – gegenüber knapp 25 Prozent bei Menschen ohne Behinderung. Besonders auffällig ist die Situation junger Menschen mit Behinderungen: In der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen fühlt sich mehr als die Hälfte durch Wohnkosten stark belastet. Zusätzlich berichten Menschen mit Behinderungen häufiger von Problemen wie Lärm, Feuchtigkeit oder Verschmutzung beim Thema Wohnen.
Insgesamt fällt auf, dass sich die Wohnkostenentwicklung in Österreich zwar im Durchschnitt durch Einkommenssteigerungen relativiert, bestimmte Gruppen, wie Alleinerziehende und Menschen mit Behinderungen, jedoch zunehmend unter strukturellen Belastungen am Wohnungsmarkt leiden.
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