Mit einem nächtlichen Einsatz am Königsjodler-Klettersteig am Hochkönig – im Schneesturm – verbrachten die Bergretter aus Mühlbach ihren Samstagabend. Und die Nacht auf Sonntag. 14 Stunden lang waren die alpinen Retter im Einsatz und riskierten ihr Leben, weil drei junge Bergsteiger sich am Monsterklettersteig versuchen mussten.
Von Königsjodler und Birgkar können erfahrene Bergsteiger und Bergretter Schauergeschichten erzählen. Viele ähneln einander. Wenn aber die Bergretter von einem Einsatz, der „lebensgefährliche für alle“ war, sprechen, dann sollten die Alarmglocken schrillen
Drei junge deutsche Bergsteiger stiegen am Samstagnachmittag trotz eindringlicher Warnung einer weiteren Bergsteigerin und einer ausgesprochen schlechten Wetterprognose viel zu spät in den Königsjodler ein.Der Klettersteig gilt als einer der schwierigsten Klettersteige Österreichs, ja sogar der Ostalpen. Mit einem Ausstieg ins Birgkar gibt es nur eine einzige Stelle für einen vorzeitigen Abbruch. Unzählige, großteils auch vermeidbare, Einsätze gab es schon am Weg hinauf auf das Plateau des Hochkönigs.
Dem nicht genug ließen zwei der jungen Burschen ihren entkräfteten Kameraden im Steig zurück. Nur um sich selbst auf zum Gipfelsieg und zum seit Wochen geschlossenen Matrashaus zu machen. Ein weiteres No-Go. Am Ende steht noch ein weiteres Faktum: Die drei Deutschen brachten durch den „Jodler-Ausflug“ nicht nur sich, sondern auch ihre Retter in höchste Not. Die opferten wieder einmal Freizeit und Familienleben, um für einen in wohl vermeidbare Not geratenen Hobby-Bergsteiger das eigene Leben aufs Spiel zu setzen.
Erst Mitte Oktober übten mehrere Ortsstellen der Bergrettung am Klettersteig und in der nahen Umgebung für den Ernstfall. Auch dies geschah in ihrer Freizeit und unentgeltlich. Wie so oft gilt es, den Freiwilligen für die viele investierte Zeit und die Entbehrungen zu danken. Und selbstverständlich auch für diesen Einsatz. Einem weiteren in einer Rekordsaison.
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