Schiri-Diskussionen

Der VAR löst viele Probleme, aber nicht alle

Steiermark Newsletter
02.11.2026 11:00

War es ein Elfmeter? Kann man hier tatsächlich Handspiel pfeifen? Und war das Foul nicht gar ein Ausschluss? Viel zu oft in der abgelaufenen Runde der Fußball-Bundesliga waren wieder die Schiedsrichter im Fokus. Ganz besonders im Steirer-Derby zwischen GAK und Hartberg sowie im Sturm-Spiel in Wolfsberg...

Schon nach zwei Spielminuten im Steirer-Derby zwischen GAK und Hartberg war der Schiedsrichter erstmals im Blick. Weil GAK-Kicker Hofleitner gegen Hartbergs Komposch zu spät kam, diesen am Fuß traf. Noch schlimmer: Der Abwehrchef der Oststeirer zog sich einen Wadenbeinbruch zu. Der Stürmer der Rotjacken bekam wiederum für sein Foulspiel am Ende nicht einmal eine Verwarnung. Das brachte die Hartberger– allen voran Coach Markus Schopp – in Rage. Und sorgte für Diskussionen.

Das Foul-Szene an Hartberg-Verteidiger Paul Komposch wurde wild diskutiert.
Das Foul-Szene an Hartberg-Verteidiger Paul Komposch wurde wild diskutiert.(Bild: GEPA)

Wild diskutiert wurde auch in Wolfsberg, wo Sturm zu Gast war. Szenen, die für Aufregung sorgten: 

  • WAC-Goalie Gliklich bringt Beganovic ohne Chance auf den Ball zu Fall – kein Elfer.
  • Beganovic sorgt nach einem Schnitzer der WAC-Abwehr für die Führung (28.). Doch der VAR greift ein. Ein leichter Schubser (!) von Weinhandl war dem Tor vorausgegangen. Der Treffer zählt nicht.
  • Piesinger trifft nach einem Freistoß per Kopf zum 1:0 für WAC. Auch dieser Treffer zählt nicht. Grund: Ein harmloser Zweikampf (!) mit Stankovic, der zu Boden geht (41.).
  • Spätestens als im Finish Sturm noch einen Elfmeter (aufgrund eines vermeintlichen Handspiels von Cheikh Diakite) zugesprochen bekam, waren beide Vereine ob der Schiedsrichter-Leistung erzürnt.
Oumar Diakite traf gegen Wolfsberg per Elfmeter zum 1:1-Ausgleich. Dem Strafstoß war ein ...
Oumar Diakite traf gegen Wolfsberg per Elfmeter zum 1:1-Ausgleich. Dem Strafstoß war ein vermeintliches Handspiel von WAC-Kicker Cheikh Diakite vorausgegangen.(Bild: APA/WOLFGANG JANNACH)

Natürlich wird nun ausführlich über diese (zum Teil spielentscheidenden) Szenen diskutiert. Die Frage ist nur: Wer hat jetzt eigentlich Recht?

Fehlentscheidungen gab es schon immer. Und sie werden auch weiterhin passieren. Schiedsrichter sind – zum Glück! – noch keine Maschinen. Sie müssen in Sekunden Entscheidungen treffen. Da passieren auch Fehler.

Doch genau hier beginnt das nächste Problem: der VAR! Er wurde eingeführt, um offensichtliche Fehlentscheidungen zu korrigieren, dem Fußball mehr Gerechtigkeit zu geben. Aber ist der Fußball tatsächlich gerechter geworden oder wurde nur eine neue, weitere Ebene der Diskussion durch die Einführung des Videoschiedsrichters geschaffen?

Hartberg-Trainer Schopp und Schiedsrichter Isa Simsek waren sich im Steirer-Derby nicht einig.
Hartberg-Trainer Schopp und Schiedsrichter Isa Simsek waren sich im Steirer-Derby nicht einig.(Bild: APA/ERWIN SCHERIAU)

Zu oft Grauzonen
Denn mittlerweile diskutieren wir nach Spielende nicht mehr nur über die Entscheidungen des Schiedsrichters, sondern auch darüber, warum der VAR eingegriffen hat – oder warum er eben nicht eingegriffen hat. Wie im Steirer-Derby oder beim Sturm-Spiel in Wolfsberg.

Genau deshalb ist auch der VAR mit Vorsicht zu genießen. Er ist ein Hilfsmittel, aber sicher kein Allheilmittel. Und die Entscheidungen, die auf der Tribüne oder am Stammtisch zumeist als Fehlentscheidungen aufgeworfen werden, sind in ganz vielen Fällen oft Grauzonen. Sie sind, so blöd das klingt: Interpretationssache. In erster Linie für den Schiedsrichter.

Der VAR löst viele Probleme! Aber sicher nicht alle. Leider. So bleiben auch die Diskussionen. Die hoffentlich künftig wieder mehr Fußball beinhalten.

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