Halloween-Demos
Eskalationen in Köln, in Paris brennen Polizisten
Zu Halloween ist in vielen europäischen Ländern die Lage äußerst angespannt: In Deutschland zündeten Demonstranten Barrikaden an und warfen Böller auf Polizisten. Die Exekutive wehrte sich teilweise mit Wasserwerfern. Auch in Frankreich kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei – Beamte wurden unter anderem mit Feuerwerkskörpern attackiert.
In Deutschland wurde von der Initiative „GenZ regelt“ zum friedlichen Protest aufgerufen, doch in einigen Städten eskalierte die Situation bereits am späten Nachmittag. In Hamburg warfen Chaoten Flaschen und Sprengkörper auf Polizisten. Wasserwerfer wurden eingesetzt, um brennende Barrikaden zu löschen – auch Pfefferspray gegen randalierende Demonstranten kam zum Einsatz.
„Krone“-Hintergrund
Social-Media-Phänomen: Die „Gen Z regelt“-Kampagne entstand als digitaler, viral auf TikTok und WhatsApp verbreiteter Jugendprotest (nach Vorbild von Unruhen oder Blockaden in Frankreich). Inhaltlich ging es vordergründig um Jugendthemen, Unzufriedenheit mit der Politik, Bildung oder Zukunftssorgen. Organisatoren betonten vielfach, man wolle friedlich demonstrieren.
Vorwürfe und Unterwanderung: Sicherheitsbehörden, konservative Politiker und Medien warnten in mehreren Ländern davor, dass radikale und extremistische Gruppen – darunter gezielt linksextreme Szene-Akteure sowie gewaltbereite Gruppierungen – diesen Trend kapern, um ihn für Ausschreitungen, Randale oder Vandalismus zu instrumentalisieren.
Stimmungsbild: Während Kritiker und Behörden vor einer Radikalisierung und dem Abgleiten in chaotische Zustände warnen, erklären Soziologen: Es handle sich um ein breit gefächertes und sehr unübersichtliches Jugendphänomen auf Social Media, bei dem Frustration, Mitläufereffekt und radikale Trittbrettfahrer Hand in Hand gehen.
Auch in Köln wurden Wasserwerfer eingesetzt, um Protestierende in Schach zu halten. Beamte sollen mit Steinen beworfen worden sein. Die ausufernde Demo wurde von den Veranstaltern am frühen Abend offiziell aufgelöst. In Hannover wurde eine 58-jährige Frau durch einen Böller leicht am Unterschenkel verletzt. In Dresden brannten Altpapiercontainer, in Berlin und Stuttgart wurden Polizisten mit Eiern beworfen.
Angespannte Lage auch in Frankreich
Auch in Frankreich kam es bereits ab dem späten Nachmittag zu ersten Spannungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. In Paris waren Explosionen von Feuerwerkskörpern zu hören, Bilder zeigten, wie Einsatzkräfte von Flammen erfasst wurden. In Paris und Lyon wurde Tränengas eingesetzt.
Auch in Rennes und Toulouse kam es Medien zufolge zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. In Rennes schossen Individuen der zuständigen Präfektur zufolge Wurfgeschosse in Richtung von Polizeibeamten. Laut dem französischen Innenministerium gab es bis 14.00 Uhr landesweit 27 Festnahmen.
Laut Innenministerium gingen frankreichweit 320.000 Demonstranten auf die Straße, Jugendverbände sprachen von 500.000 Teilnehmern. Vor den Protesten gab es 10.000 Kontrollen, um Personen, die Waffen mit sich führten, aus dem Verkehr zu ziehen.
Tag mit „sehr großem Risiko“
Der französische Innenminister Laurent Nuñez hatte zuvor von einem Tag mit „sehr großem Risiko“ gesprochen. Es gebe äußerst beunruhigende Aufrufe zu Plünderungen und Ausschreitungen, sagte er. Behörden halten es für möglich, dass das Halloween-Fest am selben Tag Gelegenheit dazu bieten könnte, sich zu maskieren und in der Form Straftaten zu begehen. In mehreren Städten wurden für Ausgangsbeschränkungen verhängt, etwa für bestimmte Orte oder für Minderjährige.
Auch in Wien war die Angst, dass die Proteste eskalieren könnten, groß: Geschäfte in der Innenstadt wurden verbarrikadiert. Die Polizei rechnete mit einer unruhigen Nacht. FPÖ-Chef Herbert Kickl empfindet die ausufernden Proteste als „nicht mehr normal“.
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