Dramatische Bergung

Bayer (20) im Schneesturm auf 2600 Metern gerettet

Salzburg
02.11.2026 06:00

Zwei Bergsteiger ließen ihren erschöpften Kameraden auf 2600 Metern Seehöhe am Klettersteig Königsjodler einfach zurück, um den „Gipfelsieg nicht verdorben zu bekommen“. Die Bergretter rückten am Samstagnachmittag aus – der Einsatz dauerte wegen eines Schneesturms und lebensgefährlicher Bedingungen insgesamt 14 Stunden lang.

Am Ende seiner Kräfte musste ein 20-jähriger Bergsteiger am Samstagabend auf 2600 Metern Seehöhe am Klettersteig Königsjodler im Gemeindegebiet von Dienten die Bergrettung um Hilfe rufen. Zuvor war der Bayer mit zwei Kameraden am Nachmittag losgezogen. Und das trotz eindringlicher Warnung einer Einheimischen und schlechter Wetterprognose.

Freunde ließen ihn einfach zurück
„Um 13.30 Uhr starteten die drei am Klettersteig. Sie hatten dreieinhalb Stunden Zeit, bis es finster wurde. Der Königsjodler ist einer der längsten Klettersteige Österreichs, für den man eigentlich fünf bis sechs Stunden braucht“, so Einsatzleiter Wolfgang Haggenmüller. Um 19 Uhr war der 20-Jährige zu erschöpft, um weiterzumachen. Seine Begleiter ließen ihn zurück und stiegen noch in der Nacht auf bereits geschlossene Matrashaus auf fast 3000 Metern.

Die Bergsteiger hatten kaum Sicht im Finsteren ...
Die Bergsteiger hatten kaum Sicht im Finsteren ...(Bild: Bergrettung Mühlbach)
Ein falscher Schritt hätte den tödlichen Sturz in hunderte Meter Tiefe bedeutet.
Ein falscher Schritt hätte den tödlichen Sturz in hunderte Meter Tiefe bedeutet.(Bild: Bergrettung Mühlbach)
Die Retter konnten das vereiste Gelände nur mit Steigeisen durchqueren.
Die Retter konnten das vereiste Gelände nur mit Steigeisen durchqueren.(Bild: Bergrettung Mühlbach)

Warum macht man sowas? „Sie haben sich das so ausgemacht. Er wollte ihnen den Gipfelsieg nicht verderben“, schildert Haggenmüller. „Dann wurden sie von einem Schneesturm überrascht.“ Der Rettungshubschrauber konnte wegen der starken Nebeldecke nicht bis zum Berg fliegen.

Trotz lebensgefährlicher Bedingungen erreichte ein elfköpfiges Rettungsteam gegen Mitternacht den Erschöpften. Für den Abstieg wurde der Deutsche im Tiefschnee angeseilt. „Acht Stunden lang kämpften sich die Retter durch das steile, felsige und finstere Gelände. Die Absturzgefahr in die Tiefe war sehr groß“, so der Einsatzleiter. Um 8.18 Uhr erreichten sie eine Schutzhütte. Der Einsatz dauerte insgesamt 14 Stunden. Die zwei anderen Deutschen stiegen am Sonntag von selbst ab.

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