Neues Werk eröffnet

Innviertler KTM produziert jetzt auch in Brasilien

Oberösterreich
15.10.2026 11:10

Der Innviertler Motorradbauer KTM hat ein Werk in Brasilien eröffnet – es ist der einzige vollständige Montagestandort außerhalb Österreichs. Im Einschichtbetrieb können dort 10.000 Motorräder pro Jahr vom Band laufen. Im brasilianischen Markt sieht man große Chancen.

Am Mittwoch fiel der offizielle Startschuss für das neue KTM-Werk im brasilianischen Manaus. Bislang hat der Leitbetrieb aus dem Innviertel in Brasilien seine Motorräder von einem Partner montieren lassen. Mit dem neuen Werk nimmt man die Produktion nun selbst in die Hand. Gefertigt werde ausschließlich für den brasilianischen Markt – die Produktion in Österreich bleibe wie gehabt in Mattighofen, betont KTM.

Grund für die Expansion nach Lateinamerika ist das aus KTM-Sicht große Potenzial des Marktes: „Brasilien zählt zu den wichtigsten und vielversprechendsten Motorradmärkten der Welt – und für KTM gibt es dort noch viel Raum“, sagt CEO Gottfried Neumeister.

So sieht das KTM-Werk in Manaus aus.
So sieht das KTM-Werk in Manaus aus.(Bild: @photoarantes)

10.000 Motorräder pro Jahr
Der Innviertler Leitbetrieb hat rund drei Millionen Euro in den brasilianischen Standort investiert, weitere zwei Millionen Euro sind für 2027 und 2028 vorgesehen. Derzeit sind 80 Mitarbeiter in Brasilien direkt bei KTM beschäftigt und weitere 20 über externe Dienstleister. Im Einschichtbetrieb ist das neue Werk auf rund 10.000 Motorräder pro Jahr ausgelegt. Zum Vergleich: Am Hauptstandort in Mattighofen hat das Unternehmen im Vorjahr, gekennzeichnet durch Produktionsunterbrechungen, rund 48.000 Motorräder gefertigt. 2024, ohne Produktionsunterbrechungen, waren es 147.000 Stück.

„Hohe Kosteneffizienz“
Das Werk in Brasilien kann ausgebaut werden. Ab 2028 soll im Zweischichtbetrieb gefertigt werden. Mit dem neuen Standort stärke KTM seine Wettbewerbsfähigkeit „durch lokale Wertschöpfung, hohe Kosteneffizienz und eine flexible Produktionsstruktur“, sagt Finanzvorständin Petra Preining.

Die Muttergesellschaft vom KTM, Bajaj Mobility, machte im ersten Halbjahr 2026 rund 700 Millionen Euro Umsatz, bei 89.000 verkauften Motorrädern. Aktuell hat der Leitbetrieb rund 3600 Mitarbeiter.

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