Zwischen den USA und der Ukraine knirscht es gewaltig. Was Washington als „technische Störung“ der Starlink-Satelliten bezeichnet, sieht der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj als Erpressungsversuch Washingtons, ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien zu unterbinden. Tech-Milliardär Elon Musk, dessen Unternehmen SpaceX den Satelliten-Kommunikationsdienst betreibt, hat sich nun ebenfalls in den Streit eingemischt und den Rücktritt Selenskyjs gefordert.
„Das Massaker geht weiter. Es ist Zeit für Selenskyj, zu gehen“, schrieb der Multimilliardär am Donnerstag in seinem Onlinedienst X. Selenskyj hatte Musk am Mittwoch aufgefordert, den Satelliten-Kommunikationsdienst Starlink in der Ukraine vor dem Hintergrund russischer Angriffe wiederherzustellen, nachdem der Betrieb in der Nacht zuvor offenbar stark eingeschränkt gewesen war. „Wenn die Angriffe weitergehen und Starlink nicht funktioniert, werden natürlich Menschen sterben“, sagte Selenskyj. Kurz darauf meldete das ukrainische Verteidigungsministerium eine Verbesserung der Verbindungen.
Musk wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass SpaceX zwei Dienste entwickelt habe: Starlink diene zivilen und defensiven Zwecken, Starshield diene der militärischen Kommunikation und werde von der US-Regierung kontrolliert. „Alle Begrenzungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung werden vom US-Militär und letztlich vom POTUS (Präsidenten der Vereinigten Staaten) entschieden.“
Musks Zickzack-Kurs gegenüber der Ukraine
Das Starlink-System nutzt die ukrainische Armee für ihre Kommunikation an der Front. Die Ukraine ist in ihrem Abwehrkampf gegen russische Angriffe zudem stark auf US-Geheimdienstinformationen angewiesen. Musk hat seine Haltung gegenüber der Ukraine seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs vor mehr als viereinhalb Jahren mehrfach geändert.
Auch US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich die Ablösung Selenskyjs gefordert, nachdem der ukrainische Präsident den umstrittenen Diesel-Deal Trumps mit Russland kritisiert hatte. Mit der Vereinbarung über die Lieferung von russischem Diesel für die USA und den Weltmarkt hatte sich Trump über die vom Westen und den USA selbst verhängten Russland-Sanktionen hinweggesetzt.
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