Neue Studie zeigt

Schmerzen von Frauen oft nicht ernst genommen

Gesund
07.10.2026 12:37

44 Prozent der Frauen in Österreich berichten, bei Schmerzen von Ärzten nicht ernst genommen worden zu sein. Bei Männern sind es „nur“ 23 Prozent. Bei mehr als einem Drittel der Frauen wurden Schmerzen als psychisch abgetan. Das zeigt der neue „Austrian Health Report“. 

Wie nehmen Frauen und Männer das Gesundheitssystem wahr, welche Erfahrungen haben sie gemacht? Das wurde im neuen „Austrian Health Report“ von IFES im Auftrag der Pharmafirma Sandoz abgefragt. Tausend Personen wurden online und telefonisch befragt. Die Ergebnisse zeigen große Unterschiede: Während Frauen die Verantwortung für Vorsorge und Gesundheit in der Familie eher übernehmen, werden sie beim Arzt weniger ernst genommen. Außerdem sind die psychisch oft stärker belastet als Männer.

44 Prozent aller Frauen haben angegeben, dass ihre Schmerzen häufig oder gelegentlich nicht ernst genommen werden. Unter Männern machten weniger als ein Viertel eine derartige Erfahrung. Außerdem gaben 30 Prozent der Frauen unter 60 an, durch Menstruationsbeschwerden stark beeinträchtigt zu sein. Ein Großteil geht dennoch arbeiten. 

„Mental Load“ liegt bei den Frauen
Die Studienautoren fragten auch die mentale Belastung in den Familien und Partnerschaften ab. Dort zeigt sich: 67 Prozent der Frauen gaben an, für Gesundheitsfragen zuständig zu sein, bei Männern in Beziehungen waren es nur 44 Prozent. Frauen trauten ihren Hausärzten auch weniger oft zu, Geschlechter-Unterschiede bei Wirkung von Medikamenten und Symptomen zu kennen (63 vs. 46 Prozent). Männer und ältere Personen schätzen ihren psychischen Gesundheitszustand besser ein. 

Präsentierten die Studie: Thomas Czypionka (IHS), Eva Zeglovits (IFES), ...
Präsentierten die Studie: Thomas Czypionka (IHS), Eva Zeglovits (IFES), Psychotherpapieverbands-Präsidentin Barabara Haid und Marco Pucci, Country President von Sandoz Österreich(Bild: Sandoz/Sabine Sattlegger)

„Hinter diesen Zahlen stehen Menschen mit Belastungen“, sagt Barbara Haid, Präsidentin des Bundesverbandes für Psychotherapie. „Der ,Mental Load‘ ist mehr als nur eine To-do-Liste. Er bedeutet, dass man permanent funktionieren muss. Das kann zu einem psychischen Risikofaktor werden.“ Nur weil Schmerzen psychisch bedingt seien, heiße das nicht, sie seien eingebildet, betont Haid. „Wir dürfen Körper und Psyche nicht voneinander trennen.“ 

82 Prozent sehen Zwei-Klassen-Medizin
Während 2022 noch 56 Prozent der Österreicher (sehr) zufrieden mit dem Gesundheitssystem waren, sind es aktuell noch 48 Prozent – be Frauen gar nur 41 Prozent. 57 Prozent der Befragten kritisieren zu lange Wartezeiten, 82 Prozent denken, dass jene, die es sich leisten können, schneller behandelt werden. 

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