Nach mehreren Zwischenfällen, bei denen KI-Modelle aus ihrer Testumgebung ausgebrochen sind und teilweise andere Netzwerke attackiert haben, setzt ChatGPT-Entwickler OpenAI das Training seiner leistungsstärksten KI-Agenten aus. Zuletzt schaffte eine KI-Software, Antworten von einem externen Chatbot zu bekommen, obwohl sie eigentlich keinen Internetzugang haben sollte.
Das Training soll erst wieder aufgenommen werden, wenn man sich sicher sei, dass die Lücke geschlossen ist. Der aktuellste Zwischenfall sei zwar weniger gravierend als einige frühere, betonte OpenAI. Allerdings sei er der erste, seit die Sicherheitsvorkehrungen nach der Hacking-Attacke von OpenAI-Software auf die KI-Firma Hugging Face verschärft worden waren. Man sehe das als wichtigen Hinweis darauf, wo weitere Nachbesserungen notwendig seien.
In dem Szenario bekam das getestete KI-Modell den Auftrag, auf Grundlage von Hinweisen Informationen über eine Person zu finden, die einen Blogpost veröffentlicht habe. Dafür konnte es auf eine Web-Imitation in einer abgeschirmten Testumgebung zurückgreifen. Nachdem die Suche dort ergebnislos geblieben war, versuchte die KI jedoch dem OpenAI-Bericht zufolge, Anfragen unter anderem bei Google zu starten. Das schlug wie geplant fehl. Aber dem KI-Modell fiel dabei auf, dass es über den sogenannten DNS-Resolver der Testumgebung Anfragen an einen Chatbot im offenen Internet stellen kann.
Bilder von OpenAI-Nutzern auf Online-Plattformen platziert
DNS-Resolver übertragen Domain-Namen, die man als Nutzer in Browser eintippt, in aus Zahlen bestehende IP-Adressen, unter denen Websites zu finden sind. OpenAI stoppte den Test, nachdem die Kommunikation über die Lücke aufgefallen war. In einem anderen Fall wurden drei Mal von Nutzern hochgeladene Bilder auf Online-Plattformen platziert. Die Links dazu seien nicht öffentlich gewesen, erklärte OpenAI. Ein Großteil sei bereits wieder entfernt worden und man arbeite mit den Plattformen daran, auch den Rest zu löschen. Es ist aber der erste bekannt gewordene Vorfall, bei dem auch Daten von OpenAI-Nutzern betroffen waren.

Wenig später wurde zudem bekannt, dass automatisierte KI-Agenten von OpenAI auch auf mehreren Webseiten der US-Regierung und auch der australischen Regierung aktiv waren. So habe die Software auf der Seite einer US-Statistikbehörde mithilfe von im Netz entdeckten Logindaten auf öffentlich zugängliche Informationen zugegriffen, teilte OpenAI nach einem Bericht der KI-Forschungsfirma Transluce mit. In dem bisher aufsehenerregendsten Fall brach Künstliche Intelligenz des ChatGPT-Entwicklers aus einer abgesicherten Testumgebung aus und drang ungeplant in Computer einer anderen KI-Firma ein, der Plattform Hugging Face.
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