Hausdurchsuchung, Haft! Der neuste Skandal bei der MA 35 zeigt, dass die Abteilung den Spitznamen Chaos-Behörde zu Recht verdient. Die FPÖ fordert nun, dass alle Aufenthaltstitel zurück an den Start müssen!
Die Vergabe von Aufenthaltstiteln als Geschäftsmodell einiger Mitarbeiter der MA 35? Der neuste Skandal in der Wiener Behörde für Einwanderung und Staatsbürgerschaft wird die Gerichte noch viele Monate beschäftigen. Zudem muss lückenlos aufgeklärt werden, ob es ein internes Netzwerk gibt, das gegen Bares bei der Beschleunigung von Verfahren geholfen hat.
Worum geht es?
Wie berichtet, stehen zwei Personen im Zentrum der Ermittlungen. „Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft führt aktuell ein Verfahren gegen eine Mitarbeiterin wegen § 305 StGB (Vorteilsannahme) sowie gegen einen (mittlerweile ehemaligen) Mitarbeiter wegen § 302 StGB (Missbrauch der Amtsgewalt) und § 304 StGB (Bestechlichkeit)“, bestätigt auch die Staatsanwaltschaft der „Krone“. Der Mitarbeiter war in Haft und ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Die Mitarbeiterin, die Vorgesetzte des Mannes, ist seit einer Hausdurchsuchung in der MA-35-Zentrale in der Dresdner Straße 93 freigestellt.
Der Vorwurf
Für Aufenthaltstitel sind Unterlagen nötig – von bestandenen Deutschkursen bis zum Leumundszeugnis, Ausschlussgründe sind Einreiseverbote oder Gefährdungsannahmen. Hier dürften Dokumente gefälscht oder „verschwunden“ sein, um Verfahren zu beschleunigen oder negative Bescheide zu umgehen. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.
Das „Albaner-Wunder“
Bemerkenswert ist auch ein Blick in die Statistik. Der Vorwurf lautet: Die Vorgesetzte, eine Albanerin, soll vor allem bei Landsleuten den Einbürgerungs-Turbo gezündet haben. Der „Krone“ liegt ein interner Bericht mit bemerkenswerten Zahlen vor. Bei den Einbürgerungen von Personen mit bisher albanischer Staatsangehörigkeit zeigt sich zuletzt ein eindeutiger Aufwärtstrend. Die Zahl stieg von 57 im Jahr 2023 auf 81 im Jahr 2024 und weiter auf 105 im Jahr 2025 – das entspricht einem Zuwachs von rund 84% innerhalb von nur zwei Jahren. Zufälle gibt es.
Polit-Reaktionen
Die FPÖ stellt nun klare Forderungen. „Alle Staatsbürgerschaften und Aufenthaltstitel, die von den betroffenen Personen in der MA 35 betreut oder entschieden wurden, müssen unverzüglich überprüft und rückabgewickelt werden“, erklärt Klubobmann Maximilian Krauss. „Jede Einbürgerung und jeder Titel, der in diesem Umfeld entstanden ist, steht unter dem Generalverdacht der Unrechtmäßigkeit.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.