„Das sind Gerüchte“

Nach „Krone“-Interview: SPÖ völlig in Schockstarre

Innenpolitik
27.09.2026 08:55

Gerhard Zeiler will Andreas Babler an der SPÖ-Spitze ablösen, hat er groß im „Krone“-Interview angekündigt. Welche Dynamik seine Pläne jetzt annehmen werden, wird von Sozialdemokraten im ganzen Land genau beobachtet. Am Tag danach hüllten sich die Funktionäre aber noch in Schweigen.

Am „Tag des Sports“ versuchte der aktuelle SPÖ-Chef die Lage sportlich zu nehmen. Am Wiener Heldenplatz sprach Andreas Babler gestern lapidar von „Gerüchten“, die es derzeit gebe und abstrakt von jemandem, der „sich als möglicher Kandidat ins Spiel bringen mag“. Gemeint war Gerhard Zeiler, der in der „Krone“ öffentlich gemacht hatte, dass er Babler ablösen und die SPÖ aus dem „historischen Tief“ führen will. Den Namen des Medienmanagers nahm Babler nicht in den Mund.

Auch sonst ist es innerhalb der Partei auffällig still. Nach außen hin, intern brodelt es. Aber selbst jene, die sich sonst nie ein Blatt vor den Mund nehmen, zeigen sich nun wortkarg.

„Aus der ,Krone‘ erfahren“
Man wolle die Debatte „nicht öffentlich, sondern intern führen“, heißt es aus Salzburg, Niederösterreich und Tirol. Schweigen kommt sogar aus Kärnten, wo Landeshauptmann Daniel Fellner öffentlich zuletzt scharf in Richtung Bund geschossen und sich noch im Juli heimlich mit Zeiler getroffen hatte. Viele verweisen darauf, dass sie erst aus der „Krone“ davon erfahren hätten.

Das ganze „Krone“-Interview mit Gerhard Zeiler, in dem er erzählt, warum er keinen Cent für eine politische Funktion nehmen würde und seine Zukunftsszenarien für die Sozialdemokratie schildert, lesen Sie ausschließlich hier bei KronePLUS!

Zeiler ist „ernstzunehmende Persönlichkeit“
Auch Gewerkschaft und Parteijugend halten sich bedeckt, nur der Vorarlberger Landeschef Mario Leiter stellte sich ausdrücklich hinter Babler. Aus dem Burgenland kam auch ein deutliches Nein für Zeiler, allerdings nicht aus Loyalität Babler gegenüber. Schmeichelnde Worte gibts dafür aus der Steiermark, Zeiler sei eine „ernstzunehmende Persönlichkeit“. Nun wartet alles auf Michael Ludwig und seine Positionierung. Zeiler hatte sich zuletzt zweimal mit dem Wiener Bürgermeister getroffen. Die Frage, ob er sich dem Herausforderer auf einem Parteitag stellen würde, wollte Babler gestern nicht beantworten.

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