Kinder und Erwachsene mit Atemwegsallergien reagieren auf unterschiedliche Auslöser, wie eine neue Studie zeigt: Bei Kindern fanden sich deutlich häufiger Probleme mit Hausstaubmilben, Erwachsene reagierten öfter auf Pollen im Freien. Gleichzeitig trat Asthma bei Kleinen häufiger auf als im Alter.
Bei einer allergischen Sensibilisierung bildet das Immunsystem bestimmte Antikörper vom Typ Immunglobulin E (IgE) gegen ein Allergen. Welche einzelnen Moleküle dabei erkannt werden, kann mit der sogenannten molekularen Allergiediagnostik sehr genau bestimmt werden.
Eine internationale Studie (Patienten aus Algerien und Türkei), koordiniert von der Medizinischen Universität Wien, zeigte: Kinder mit Atemwegsallergien waren öfter gegen Hauptallergene der Hausstaubmilbe sensibilisiert. Erwachsene reagierten dagegen häufiger auf typische Pollenallergene ihrer jeweiligen Region. In Algerien betraf das unter anderem Oliven- und Gräserpollen, in der Türkei Oliven- und Ragweedpollen.
Unterschiedliche Immunreaktionen
Dasselbe Muster konnte also in zwei unabhängigen Probandengruppen auf unterschiedlichen Kontinenten beobachtet werden. „Kinder und Erwachsene unterscheiden sich offenbar deutlich darin, gegen welche Allergene ihr Immunsystem sensibilisiert ist“, erklärt dazu der Immunpathologe und Studienautor Univ.-Prof. Dr. Rudolf Valenta vom Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie der MedUni Wien.
Warum sich die Sensibilisierungsmuster zwischen den Altersgruppen unterscheiden, lässt sich laut Experten nicht unmittelbar aus der Studie ableiten. Die Forscher diskutieren unter anderem mögliche Einflussfaktoren wie veränderte Lebensgewohnheiten, mehr Zeit in Innenräumen sowie Veränderungen von Klima, Vegetation und Luftverschmutzung. Weitere Studien sind jedoch nötig.
Die Experten folgern aus der Untersuchung, dass eine möglichst genaue Kenntnis der beteiligten Allergene wichtig ist, um Diagnostik, genaue Therapie und künftig auch Vorbeugungsmaßnahmen gezielter an unterschiedliche Bevölkerungsgruppen anzupassen.
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