Etwa 200 Pkw verschwinden jedes Jahr in Oberösterreich. Die typischen Profibanden, die teure Autos knacken und meist ins östliche Ausland bringen, werden weniger. Den neuen Tätern geht’s viel weniger um den Wert, sondern nur darum, einen fahrbaren Untersatz für eine Spritztour zu haben.
Zwei Autodiebe waren in der Nacht auf Sonntag geflüchtet, als die Polizei sie in Linz aufhalten wollte. Mit wahnwitziger Geschwindigkeit war das Duo über die Wienerstraße gerast und baute schließlich einen Unfall. Der BMW wurde beschädigt zurückgelassen, von den beiden Insassen fehlt jede Spur. Auch in Traun wurde ein VW Arteon Shooting Brake am späten Sonntagabend zur Beute.
Leichte Beute
„Die Täter haben auch hier den Schlüssel gehabt. Der lag wenige Meter entfernt im unversperrten Firmenwagen des Besitzers. Beim BMW lag der Schlüssel im offenen Wagen“, weiß Christian Schmidseder, Leiter des Ermittlungsbereichs Diebstahl beim Landeskriminalamt Oberösterreich.
Junge Täter nehmen zu
In beiden Fällen gehen die Ermittler nicht von Profidieben aus: „Der professionelle Kfz-Diebstahl, bei dem Banden mit Hightech-Geräten Autos stehlen und ins Ausland bringen, ist stark rückläufig bei uns“, so die gute Nachricht des erfahrenen Polizisten – aber: „Das große Problem sind Diebstähle durch junge Täter. Die suchen sich Autos, die unversperrt sind, oder wo der Schlüssel drinnen liegt, um damit Spritztouren zu unternehmen. Diese enden oft in Unfällen“, weiß Schmidseder, der monatlich mehrere solcher Fälle hat.
Gesetz zur Ortung fehlt
Die Zahl der Autodiebstähle ist mit etwa 200 pro Jahr in OÖ ziemlich konstant, nur änderte sich die Motivation der Täter. Nicht nur am Land finden Teenager unversperrte Autos: „Man würde gar nicht glauben, wie viele Autos in der Stadt und im Speckgürtel offen herumstehen“, ist der Ermittler verwundert. Moderne Autos haben zwar eingebaute SIM-Karten, doch fehlt bei uns das Gesetz, dass die Ortungsdaten der Polizei zur Verfügung gestellt werden müssen.
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