In Echtzeit

Sprach-KI von DeepL übersetzt mit eigener Stimme

Digital
15.09.2026 14:34
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das deutsche KI-Start-up DeepL baut seine Technologie zur Sprachübersetzung in Echtzeit aus. Mit neuen Sprachmodellen für die Anwendung „DeepL Voice“ will das Unternehmen nicht mehr nur gesprochene Wörter übersetzen, sondern auch den individuellen Klang der Stimme sowie Tonfall, Sprechtempo und Emotionen über Sprachgrenzen hinweg bewahren.

Bisher lieferte die vor gut einem Jahr gestartete Lösung vor allem Untertitel in Videokonferenzen. Nun rückt die direkte Voice-to-Voice-Übersetzung ins Zentrum: Eine neu vorgestellte Desktop-App für Windows und Mac klinkt sich nahtlos in Plattformen wie Zoom, Microsoft Teams und Google Meet ein. Sprecher können in über 30 Sprachen übersetzt werden; die Funktion „Speaker Match“ erhält die Stimmidentität dabei zunächst in 14 Sprachen aufrecht.

„Über die Stimme zeigen wir, wer wir sind. Sie transportiert weit mehr als nur Worte“, sagte Gründer und CEO Jarek Kutylowski der Deutschen Presse-Agentur. „Ziel ist, dass man sich zurücklehnen kann und vergisst, dass überhaupt eine KI-Übersetzungslösung dazwischensteht“, sagte Kutylowski. Wenn etwa jemand aufgeregt oder hastig spreche, solle dies auch im übersetzten Tonfall spürbar werden.

Kampf gegen Google und OpenAI im Unternehmensumfeld
Im Wettbewerb mit Tech-Giganten wie Google oder Microsoft-Partner OpenAI, die ebenfalls stark auf multimodale Sprachverarbeitung setzen, sieht sich Kutylowski gut gewappnet. Der Fokus des Kölner KI-Spezialisten liege klar auf Firmenkunden: „Für Unternehmen geht es nicht nur darum, an einzelnen Stellen eine E-Mail oder ein Meeting zu übersetzen. Es geht darum, ein größeres System aufzubauen, das Dokumente und Sprache einheitlich handhabt und die unternehmensspezifische Terminologie über alle Kanäle hinweg konsistent übernimmt.“

Nach Stellenabbau „viel besser aufgestellt“
DeepL hatte zuletzt im Mai mit einem angekündigten Stellenabbau Schlagzeilen gemacht. Kutylowski hatte damals angekündigt, dass das Personal um 250 Stellen reduziert wird – rund ein Viertel der Belegschaft. Hintergrund seien die veränderten Arbeitsabläufe in der KI-Ära gewesen: „In einer Welt, in der KI eine immer größere Rolle spielt, mussten wir auch unsere Rollen und unsere interne Organisation umstellen“, erläuterte Kutylowski die Maßnahmen.

Heute sieht er die Firma deutlich robuster positioniert: „Ich glaube, jetzt sind wir viel besser aufgestellt, sowohl in Deutschland als auch in allen anderen Ländern, in denen wir wieder aktiv einstellen.“ Das 2017 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 900 Mitarbeiter und zählt über 200.000 Geschäftskunden.

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