Donald Trump Jr, Sohn des US-Präsidenten, hat auf den Bahamas eine rauschende Party geschmissen, um die Hochzeit mit seiner Frau Bettina Anderson zu feiern. Finanziert hat sie ein russischer Oligarch mit engen Beziehungen zu Machthaber Wladimir Putin. Das wirft drängende Fragen auf.
Privatinseln, Tänzerinnen, Feuerwerk und eine eigens aus Florida eingeflogener Hochzeitstorte: Mit viel Pomp feierten Donald Trump Jr. und Bettina Anderson im Mai drei Tage lang ihre Vermählung auf den Bahamas. Für die Rechnung, die mehrere Hunderttausend Dollar ausmachte, kam allerdings der russische Oligarch Umar Kremlev auf, wie die US-amerikanische Investigativplattform ProPublica berichtet.
Kremlev ist ein Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin und Chef der International Boxing Association (IBA). Der Verband hat als alleinigen Sponsor den russischen Konzern Gazprom und wurde vom Internationalen Olmypischen Komittee ausgeschlossen. Die Zahlungen für die Hochzeitsparty flossen über eine der IBA angeschlossenen Gesellschaft in Dubai, die der Boxverband für Finanztransaktionen genutzt.
Trump: „Keine Ahnung, wer Umar ist“
„Es war alles, was wir uns erträumt haben und mehr“, schrieb Anderson später auf Instagram. Sie bestätigte, dass Kremlev zwei Partynächte als „außergewöhnlich großzügiges Hochzeitsgeschenk“ finanziert habe und beschrieb Kremlev als „lieben Freund“. Der Bruder von Trump Jr, Eric Trump, hat allerdings noch nie von ihm gehört. Er habe „keine Ahnung, wer Umar ist“, beteuerte auch US-Präsident Donald Trump gegenüber der „New York Times“ dazu, „und er hat nicht für Dons und Bettinas Hochzeit bezahlt“.
Die Zahlung war nicht illegal, wirft aber viele Fragen auf. Die drängendste: Warum gibt ein russischer Oligarch ein Vermögen aus, um für den Sohn des US-Präsidenten eine Hochzeitsparty zu zahlen? Sie wird auch von demokratischen Politikern Richtung US-Regierung gestellt.
Sondervermittler Kushner bei Party
Heikel ist noch ein Umstand: Unter den rund 50 Partygästen war neben Kremlev selbst auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, der erst kürzlich als Sondervermittler Putin in Moskau traf, um über einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu verhandeln. Kushner wird vielfach dafür kritisiert, dass er bei den Gesprächen eine viel zu russlandfreundliche Position einnimmt. Weder er noch der Kreml gab eine Erklärung zu dem Fall ab.
Experten sind sich jedenfalls einig: Wer so viel Geld ausgibt, erwartet sich etwas davon. Sich eine Hochzeitsparty zahlen zu lassen, sollte daher „für den Sohn eines Präsidenten undenkbar sein“, betont der ehemalige FBI-Agent Frank Montoya Jr. gegenüber ProPublica. Er verweist darauf, dass russische Oligarchen oft im Auftrag des Kremls handeln.
Kiew verhängte Sanktionen
Kremlev ist hier keine Ausnahme. So knüpft er Verbindungen zu ausländischen Regierungsbehörden, begleitete Putin nach China und schloss als Chef der IBA die Ukraine aus dem Verband aus. Weil er als Sportfunktionär für Propaganda und Sanktionsumgehungen eingesetzt werde, verhängte die Ukraine Sanktionen gegen den Oligarchen.
Ehemalige hochrangige IBA-Funktionäre sind sich gegenüber ProPublica sicher, dass Kremlev eine klare politische Agenda verfolgte. So sagt ein Ex-Vorstandsmitglied: „Umar lässt sich von Putin leiten. Er hat den Sport als Mittel genutzt, um geopolitische Soft Power auszuüben.“
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