Konzernumbau fruchtet

Intel holt sich Milliarden für neue Chipfabriken

Digital
11.08.2026 09:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Chipkonzern Intel hat über eine Kapitalerhöhung deutlich mehr Geld für Investitionen erhalten als erwartet, berichtete Bloomberg. Dank einer hohen Nachfrage erhöhte das Unternehmen am Dienstag die Zahl der neu ausgegebenen Aktien auf knapp 211 Millionen. Dadurch erreichte die Kapitalerhöhung ein Volumen von 20 Milliarden Dollar (17,31 Milliarden Euro), ein Drittel mehr als mit 15 Milliarden Dollar ursprünglich angepeilt.

Die Papiere wurden zu je 95 Dollar zugeteilt. Dies entspricht einem Abschlag von 6,5 Prozent auf den Schlusskurs vom vergangenen Freitag.

Experte sieht klares Signal
„Intels Kapitalerhöhung sendet ein klares Signal“, sagte Stephan Kemper, Chefanleger der Vermögensverwaltung der Bank BNP Paribas. „Wenn eine Platzierung von 15 Milliarden Dollar zu einem überschaubaren Abschlag in kürzester Zeit mehrfach überzeichnet ist, bleibt das Vertrauen des Kapitalmarktes in den KI-Ausbau ungebrochen.“

Mit der Emission nutzt Intel die Gunst der Stunde. Dank des Sanierungskurses von Firmenchef Lip-Bu Tan hat sich der Kurs der Intel-Papiere in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verfünffacht. Am Montag gaben sie im vorbörslichen Handel an der Wall Street knapp fünf Prozent nach. Die Titel des Intel-Großaktionärs Nvidia büßten rund ein halbes Prozent ein.

Intel hat zwar den Trend zu Hochleistungschips für Künstliche Intelligenz (KI) verschlafen. In den Rechenzentren, die derzeit weltweit aus dem Boden schießen, kommen aber auch traditionelle Zentralprozessoren (CPUs) zum Einsatz. Für die Nutzung bereits trainierter KI-Modelle und den Einsatz sogenannter KI-Agenten, die Aufgaben weitgehend eigenständig erledigen, werden ebenfalls CPUs benötigt.

Der Halbleiterhersteller gewann in den vergangenen Monaten unter anderem den Internetkonzern Google und das Raumfahrtunternehmen SpaceX als Kunden. Zudem erwägt der Intel-Großaktionär Nvidia, Intel mit der Produktion eines neuen Prozessors zu beauftragen. Mit dem iPhone-Anbieter Apple laufen ebenfalls Verhandlungen.

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