Seit mehr als 35 Jahren tourt der Circus Pikard durchs Land. Tiere kommen im Programm des Direktors kaum mehr vor. Umso mehr aber menschliche Schicksale, die faszinieren.
Wenn Silke Pan auf ihrem Akrobatik-Podest zu turnen beginnt, wird es im Zirkuszelt einen Moment lang ganz still. Sie hebt ihren Körper in die Höhe, hält präzise Positionen auf ihren Händen. Mit staunenden Blicken verfolgt das Publikum die Handstände, bevor begeisterter Applaus aufbrandet.
Die Akrobatin begeistert derzeit als besonderes Highlight beim Circus Pikard, denn ihre Geschichte sorgt für Gänsehaut: 2007 beendete ein Trainingsunfall von einem Moment auf den anderen ihr Zirkusdasein. Pan brach sich beim Sturz zwei Brustwirbel und ist seitdem querschnittsgelähmt.
Langer Weg zurück aufs Trapez
„Silke ist ein Symbol für einen unbändigen Lebenswillen“, ist Zirkusdirektor Alexander Schneller stolz, die weltbekannte Artistin im Programm zu haben. Diese erfand sich nach ihrem Unfall erst einmal neu, als Paracyclerin. „Doch die Manege ließ sie nicht los“, sagt Schneller. Nicht nur in Niederösterreich, auch im italienischen Gravity Circus stand Pan heuer schon auf der Bühne.
80er-Jahre Musik im Programm
„Es ist harte Arbeit, tiefes Vertrauen und der unermüdliche Glaube daran, das Unmögliche möglich zu machen“, erklärt Pan, wie sie wieder zurück ins Leben gefunden hat. Und auch der Zirkus erfindet sich immer wieder neu: Heuer setzt Schneller unter dem Motto „Zurück in die 80er“ auf bunte Farben, bekannte Musik und mehr Comedy.
Große Tierschauen lehne das Publikum mittlerweile eher ab. Vielmehr gehe es darum, dass „jung und alt im Zirkuszelt ihren Alltag vergessen“, sagt Schneller. Hinter den Kulissen hilft die ganze Familie mit – wer ein Ticket kauft, wird sogleich von Mutter Elisabeth Schneller herzlich begrüßt.
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