










Die Wut über den umstrittenen Kinderbetreuungs-Sager von Bundeskanzler Christian Stocker reißt nicht ab. Am Montag machten zahlreiche Frauen – und auch Männer – ihrem Ärger direkt vor dem Bundeskanzleramt Luft. Einige waren dafür sogar extra aus den Bundesländern angereist.
Christian Stockers Sager, Kinderbetreuung sei für ihn keine Arbeit, sorgt bei vielen Müttern immer noch für Ärger. Während der Kanzler in Ankara den türkischen Präsident Recep Tayyip Erdoğan trifft, protestierten rund 500 Frauen vor dem Bundeskanzleramt: „Uns reicht es!“
Um ihrer Wut Luft zu machen, reisten viele sogar aus anderen Bundesländern an. Beispielsweise Martina Eigner aus Oberösterreich: „Je öfter ich mir die Entschuldigung des Kanzlers anhöre, desto wütender werde ich“, meint sie. Frauen würden sich zu viel gefallen lassen: „Wir müssen noch lauter und noch wütender werden. Notfalls müssen wir auch streiken!“, so Eigner, die Gleichstellung in allen Bereichen fordert.











Gesetzliche Regelungen für faire Aufteilung gefordert
Nicht nur wütende Mamas und Omas sind am Ballhausplatz eingetroffen, um zu protestieren. Auch einige Männer finden sich in der Menge. Günther Oberhollenzer teilt sich die Care-Arbeit rund um seinen Sohn mit seiner Frau und ist von Stockers Aussage irritiert: „Deshalb bin ich hier, um zu bekunden, dass Kindererziehung sogar sehr viel Arbeit ist.“ Er wünscht sich gesetzliche Regelungen, die Männer zu einer fairen Aufteilung der unbezahlten Arbeit verpflichten: „Damit die Männer auch motiviert werden, die das noch nicht verstanden haben!“
Unter den Demonstranten ist auch die grüne Wiener Stadträtin Judith Pühringer. Sie zeigt sich „wirklich wütend“. Stockers Aussage sei für viele Frauen ein „Schlag ins Gesicht“. Schließlich seien es nicht nur Mütter, die unbezahlte Sorgearbeit leisten, sondern etwa auch Großeltern. „Niemand kann einer Erwerbsarbeit nachgehen, wenn keine Care-Arbeit geleistet wird.“ Sie fordert deshalb eine komplette Neubewertung von Arbeit! „Der Sager zeigt, wo die ÖVP mit ihrem Familienbild steht.
„Heute nur der Auftakt“
Die Stimmung vor dem Kanzleramt ist jedenfalls kämpferisch. Eine der Organisatorinnen kündigt an, dass es bei dieser einen Kundgebung nicht bleiben soll: „Das ist heute nur der Auftakt.“ Wenn man sich zusammenschließe, könne man „Österreich revolutionieren“.
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