„Krone“-Kommentar

Weil wir es nicht können, lassen wir’s bleiben?

Kolumnen
10.08.2026 05:00

Nach mehr als 40 Grad in der Vorwoche soll es heute nach kurzer Wochenend-Verschnaufpause in weiten Teilen Österreichs wieder richtig heiß werden.

Darüber freut sich längst keiner mehr. Menschen, Tiere und Pflanzen leiden. Während die Temperaturen auf nie erlebte Höhen klettern, sinken die Wasserstände in absolute Tiefen.

Und was tut die Politik? Der untergetauchte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig von der ÖVP ließ kurz vernehmen, 2026 sei ein „absolutes Ausnahmejahr“. Man fragt sich, hört der Umweltminister nicht hin, wenn Klimaforscher warnen, Temperaturen und Trockenheit wie heuer seien nicht absolute Ausnahme, sondern neue Normalität?

Man fragt sich, wie Totschnigs Parteikollege Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer weiter davor warnen kann, man dürfe nicht „Arbeitsplätze auf dem Altar der Klima-Ideologie opfern“.

Weniger wundert man sich, wenn die FPÖ alles als „Klimahysterie“ abtut.

Umso mehr überrascht das jüngste Statement von ÖVP-Kanzler Christian Stocker. „Man kann immer mehr tun“, sagte er über Klimaschutz-Maßnahmen, aber man dürfe nicht vergessen, dass Österreich nur mit 0,2 Prozent am weltweiten CO₂-Ausstoß beteiligt sei. Ja, da hat er prinzipiell schon recht. Einer allein, auch ein Staat allein kann das Klima natürlich nicht retten.

Aber wer so argumentiert, meint fatalerweise: Weil wir es nicht können, lassen wir’s gleich bleiben ...

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