Koffer verstaut, Reisepässe eingesteckt, Navi programmiert: Eigentlich kann der Urlaub beginnen. Doch bevor das Auto Richtung Süden rollt, lohnt sich noch ein kurzer Check. Denn was in Österreich zur vorgeschriebenen Grundausstattung gehört, reicht jenseits der Grenze nicht automatisch aus.
Hierzulande müssen Warnweste, Warndreieck und Verbandszeug an Bord sein. Andere Länder haben eigene Vorstellungen davon, was ein gut vorbereitetes Fahrzeug mitzuführen hat. Das kann ein zusätzlicher Feuerlöscher sein, ein zweites Warndreieck oder sogar ein Satz Ersatzlampen.
Besonders bei der Warnweste steckt der Teufel im Detail. In einigen Ländern besteht eine Mitführpflicht, in anderen nur eine Tragepflicht. Letztere bedeutet: Wer nach einer Panne oder einem Unfall das Auto verlässt, muss die Weste anziehen. Liegt keine im Fahrzeug, hilft diese juristische Feinheit allerdings wenig. Sinnvoll ist daher, für jede Person an Bord eine Warnweste griffbereit mitzunehmen – und nicht ganz unten unter dem Urlaubsgepäck zu vergraben.
Ähnlich verhält es sich mit dem Verbandszeug. In vielen europäischen Ländern gehört es zur Pflichtausstattung, in Frankreich, Italien und Spanien dagegen nicht. Im Ernstfall fragt freilich niemand nach dem Gesetzestext. Ein vollständiges und leicht erreichbares Erste-Hilfe-Set sollte daher unabhängig von der Vorschrift immer mitfahren.
Schweiz mit Sonderregelung fürs Warndreieck
Fast überall Pflicht ist das Warndreieck. In der Türkei und auf Zypern müssen sogar zwei Stück an Bord sein. Die Schweiz verlangt zwar nur eines, dafür muss es vom Fahrersitz aus erreichbar sein. Also besser einen. Euen Platz dafür suchen.
Spanien geht seit Anfang 2026 einen anderen Weg. Bei dort zugelassenen Autos ersetzt eine vernetzte V16-Warnleuchte das klassische Dreieck. Für Urlauber, die mit dem eigenen österreichischen Fahrzeug einreisen, ändert sich dadurch nichts. Relevant wird die Regel aber beim Mietwagen: Bei dessen Übernahme sollte man kontrollieren, ob die vorgeschriebene Leuchte tatsächlich vorhanden ist.
Auch ein Feuerlöscher kann verpflichtend sein. Bulgarien, Estland, Litauen und Rumänien verlangen ihn grundsätzlich. In Belgien, Griechenland, Polen und der Türkei gilt die Vorschrift hingegen nur für Fahrzeuge, die im jeweiligen Land zugelassen sind – damit kann sie vor allem Mietwagen betreffen.
In Kroatien und Slowenien gehört zudem ein Ersatzlampenset ins Auto. Bei fest verbauten Xenon-, Neon- oder LED-Leuchten ist für diese Lichttechnik kein Ersatz nötig. Auch wenn es nicht vorgeschrieben ist, kann ein Lampensatz auf langen Reisen sinnvoll sein, besonders in Ländern mit vorgeschriebenem Tagfahrlicht.
Motorradfahrer sind von den unterschiedlichen Regeln ebenfalls betroffen. In vielen Ländern muss eine Warnweste mitgeführt werden, in Österreich auch Verbandszeug. Albanien, Bulgarien, Montenegro, Serbien, die Slowakei und Tschechien schreiben ebenfalls ein Erste-Hilfe-Set vor. Bei Gespannen verlangen Schweden, Ungarn und Lettland zusätzlich ein Warndreieck.
Die beste Reisevorbereitung besteht nicht nur aus Vignette, Hotelbuchung und vollem Tank. Ein kurzer Blick auf die Vorschriften der durchquerten Länder kann Geld und Ärger sparen. Denn eine Warnweste nimmt kaum Platz weg – die dazugehörige Strafe, wenn sie fehlt, aber durchaus Geld aus der Urlaubskasse.
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