Wegen seiner Verstrickungen in den Epstein-Skandal hat Andrew nicht nur seine Titel und royalen Ehrenämter verloren, er gehört auch nicht mehr zu den aktiven Mitgliedern der Königsfamilie. Daher wird diese Nachricht in Großbritannien wohl für viel Zündstoff sorgen. Denn wie die „Mail on Sunday“ berichtete, soll der 66-Jährige nach seinem Tod dennoch mit königlichen Ehren beigesetzt werden.
Wie die britische Zeitung am Sonntag berichtete, stehe Andrew weiterhin auf einer geheimen Liste der britischen Regierung für hochrangige königliche Bestattungen.
„Bridge“-Plan auch für Andrew
Demnach handele es sich dabei um die sogenannten „Bridge“-Pläne, in denen die Abläufe für die Trauerfeiern von Mitgliedern der Royal Family weit im Voraus und bis ins kleinste Detail festgelegt sind. So stand das Begräbnis von Queen Elizabeth im Jahr 2022 etwa unter dem Titel „Operation London Bridge“, während Prinz Philips Bestattung den Namen „Operation Forth Bridge“ trug.
Wie ein Insider der „Mail“ steckte, werde das Konzept für Andrew weiterhin vom britischen Kabinettsbüro überwacht und auch nach den Skandalen der letzten Monate regelmäßig aktualisiert.
Trauerfeier auf Schloss Windsor?
Genaue Details zu Andrews Begräbnis sind freilich nicht bekannt. Royal-Experten schätzen aber, dass die Trauerfeier für den Bruder von König Charles in der St.-Georgs-Kapelle auf Schloss Windsor stattfinden soll.
Außerdem wird angenommen, dass Andrew nach seinem Tod wohl im Royal Burial Ground in Frogmore auf dem Windsor-Gelände beigesetzt werden wird. Hier befindet sich auch das Grab von König Edward VIII., der 1936 auf den Thron verzichtet hatte, um die Amerikanerin Wallis Simpson zu heiraten.
„Schande über Royal Family gebracht“
Kritik für die royalen Bestattungs-Pläne für Andrew ließ natürlich nicht lange auf sich Warten. US-Anwältin Gloria Allred, die zahlreiche Opfer von Jeffrey Epstein vertreten hat, erklärte: „Andrew hat durch seine Verbindung zu Jeffrey Epstein Schande über die königliche Familie und das Vereinigte Königreich gebracht. Unter diesen Umständen stellt sich die Frage, warum diesem Mann die Ehre eines königlichen Begräbnisses zuteilwerden sollte. Welches Signal würde eine solche Zeremonie an Epsteins Opfer senden?“
Auch Norman Baker, ein ehemaliger Regierungsminister und Experte für die Finanzen des Königshauses, kann die Pläne nicht nachvollziehen: „Das muss ein Versehen sein. Mr. Mountbatten-Windsor ist ein Bürgerlicher und sollte keinesfalls ein königliches Begräbnis erhalten.“
Titelentzug und vorübergehende Festnahme
Andrew Mountbatten-Windsor ist der zweitälteste Sohn der verstorbenen Queen Elizabeth. In den letzten Jahren sorgte er vor allem wegen seiner Verstrickung in den Epstein-Skandal für Schlagzeilen. Seit letztem Herbst ist der 66-Jährige deshalb nicht nur seinen Titel Herzog von York, sondern auch seinen Prinzentitel los. Anfang des Jahres wurde Andrew wegen des Verdachts von Amtsmissbrauchs vorübergehend festgenommen.
Weder das britische Kabinettsbüro noch der Buckingham-Palast wollten die Informationen der „Mail on Sunday“ bislang kommentieren.
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