Nach dem „Krone“-Bericht, dass der Öffentlich-Rechtliche schrittweise und unangekündigt in acht Bundesländern die über Antennen laufenden terrestrischen Empfangsstationen stilllegt, gehen die Wogen hoch: Man nehme nur „Kleinstsendeanlagen in Randlagen außer Betrieb, die zum größten Teil durch andere Sendeanlagen abgedeckt werden“, so der Staatsfunk. Der nun auch Beratung für Betroffene bieten will. Konter der FPÖ: „ORF wurde erwischt!“ Fragen zum Katastrophenschutz bleiben offen.
Bis zum Jahresende werden die Sendeanlagen für Gemeinden in acht Bundesländern mit insgesamt 64.000 Einwohnern stillgelegt. Wie viele davon genau von der Abschaltung betroffen sind, geht aus der ORF-Reaktion nicht hervor. Sie spricht von sechs Prozent aller Österreicher, die das Programm via Antenne nutzen, der Rest verteile sich auf Streaming und Satellit.
Zudem gehen man auch davon aus, dass es in vielen Haushalten eine Doppelversorgung gebe. In einzelnen Randgebieten werde es im Zuge der Umstellung aber wohl zu „Einschränkungen beim Empfang mit Antenne und UKW kommen.“
Erfolgte zuvor keine Information vom ORF an die Betroffenen, its man nun um Service bemüht: „Nutzerinnen und Nutzer können sich an das ORF‑Kundenservice wenden, um gemeinsam eine individuelle Lösung für ihre jeweilige Empfangssituation zu finden: Telefon: 0800 090 010, Montag bis Samstag von 8.00 bis 21.00 Uhr, Online: Willkommen! – der.ORF.at“
Ob auch Ihre Gemeinde betroffen ist, können Sie mit unserer interaktiven Karte selbst überprüfen:
Spargründe als Auslöser
Die Abschaltung geschehe aus Spargründen, so der ORF in seiner Reaktion auf den „Krone“-Bericht: „Die Netzabdeckung des ORF-Sendernetzes beträgt 99 Prozent des österreichischen Bundesgebietes und daran wird sich durch die geplanten Optimierungsmaßnahmen nichts ändern. Durch die Optimierung des Sendernetzes können rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr nachhaltig eingespart werden.“
„ORF erwischt, wie er einfach Sender abschaltet“
Für die Freiheitlichen werden Betroffene seitens des Medienunternehmens links liegen gelassen. Denn sie müssten sich aktiv melden, wenn ihr TV-Schirm dunkel bleibt und das Radio nur noch rauscht. „Der ORF wurde erwischt – Hörer und Seher sind dem Küniglberg egal!“, wettert FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker.
Auch wenn es sich am Ende des Tages „nur“ um ein paar tausend Zwangsgebührenzahler handelt sollte, wären genau die ohne Informationen im Ernstfall bei Naturkatastrophen. Der blaue Spitzenpolitiker: „Sparen auf dem Rücken der Sicherheit unserer Staatsbürger – das ist ein Skandal. Der ORF findet in seinem Budget von rund einer Milliarde Euro pro Jahr mit Sicherheit andere Bereiche, wo er sparen kann.“
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