Merz bei Trauerfeier:

„Werden Freiheit schützen – sind stärker und mehr“

Deutschland
26.07.2026 18:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Rande eines Trauergottesdienstes für die Opfer des Angriffs auf den Berliner Christopher Street Day hat Bundeskanzler Friedrich Merz betont, dass sich Deutschland gegen das „Gift des Terrors“ wehren werde. „Wir sind mehr, wir sind stärker!“, so der Kanzler.

Bereits am frühen Sonntagmorgen hatten zahlreiche Menschen am Brandenburger Tor der Opfer des Angriffs auf den Christopher Street Day in Berlin gedacht. Menschen legten Blumen nieder, zündeten Kerzen an und lagen sich in den Armen, andere hielten Regenbogenflaggen und Plakate und Banner hoch. Bis zum frühen Nachmittag schwoll die trauernde Menge auf mehrere Tausend Personen an. 

Merz: „Werden alles tun, um die Freiheit zu schützen“
Der Kanzler bezeichnete die Tat als „Angriff auf unsere Gesellschaft.“ Sie werde mit aller Härte verfolgt. „Wir werden alles tun, um den oder die Täter, so schnell wie möglich zu fassen. Wir werden über Konsequenzen nachdenken und mit Besonnenheit, aber auch mit Entschlossenheit entscheiden. Diese Straftäter haben in der Mitte unserer Gesellschaft keinen Platz“, unterstrich der 70-jährige konservative Politiker.

In der St. Marienkirche selbst richtete der Regierungschef ein „sehr persönliches“ Wort an die LGBTQ+-Gemeinschaft: „Meine Damen und Herren, nicht erst ein solcher Anschlag wie gestern Abend gefährdet unsere Freiheit. Intoleranz, Ausgrenzung, Diskriminierung, üble Redensarten und schlechte Witze sind alles Teil einer solchen Gewalt. Nicht erst das, was wir gestern Abend erlebt haben. Deswegen möchte ich Ihnen etwas zurufen: Wir, die Vertreter der staatlichen Institutionen, werden alles tun, um die Freiheit unseres Landes und unserer Gesellschaft zu schützen!“

Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach von einem Angriff auf die offene Gesellschaft und „auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben“. Auch der Berliner Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verurteilte die Tat und sah einen Angriff auf „unsere freie und weltoffene Gesellschaft“.

FDP kritisiert „Hilflosigkeit unseres Staatswesens“
Der FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki warf der deutschen Regierung ein Verharmlosen der Gefahr durch den Islamismus vor. „Wenn wir als Gemeinwesen nach solchen schrecklichen Taten immer wieder die gleichen Diskussionen führen, ohne die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, dokumentiert das eine kaum erträgliche Hilflosigkeit unseres Staatswesens“, sagte Kubicki.

AfD: „Wieso konnte er sich noch frei bewegen?“
Die AfD sprach von einem „sicherheitspolitischen Totalversagen“: „Wenn ein polizeibekannter islamistischer Gefährder eine solche Tat begehen konnte, muss lückenlos aufgearbeitet werden, weshalb er sich überhaupt noch frei bewegen konnte“, sagte AfD-Innenpolitiker Martin Hess. Islamistische Gefährder müssten entweder abgeschoben oder in Gewahrsam genommen werden, forderte er.

Der Altar wurde für den Gedenkgottesdienst mit den Regenbogenfarben dekoriert.
Der Altar wurde für den Gedenkgottesdienst mit den Regenbogenfarben dekoriert.(Bild: EPA/CLEMENS BILAN)

Applaus für die Einsatzkräfte
Beim Gedenkgottesdienst in der St. Marienkirche sprachen sowohl ein evangelischer als auch ein muslimischer Geistlicher. Neben der stillen Andacht für die Opfer gab es Applaus für die Einsatzkräfte.

Auch Bundeskanzler Merz zündete eine Kerze für die Opfer an. Anschließend begab er sich auch noch zum Tatort. Die anderen Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes und die draußen wartenden Trauernden begannen im Anschluss einen Trauermarsch zum Brandenburger Tor.

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