In Rumänien ist ein digitales Horrorszenario wahr geworden! Ein Hacker löschte offenbar die Grundbuch-Datenbank des Landes. Der gesamte Immobilienmarkt steht seither still – und Käufern droht bereits in wenigen Tagen neues Ungemach.
Nach einem gescheiterten Erpressungsversuch gegenüber der nationalen Katasterbehörde ANCPI begann der Hacker mit der Löschung der Systeme. Er brüstete sich im Darknet damit, auch die Online-Sicherungskopien (Backups) so manipuliert zu haben, dass eine Wiederherstellung unmöglich sei. Zudem bot er Medienberichten zufolge Quellcodes und interne Daten zum Verkauf an. Da das rumänische Grundbuch- und Katastersystem vollständig digitalisiert ist, hat der Ausfall schwerwiegende Konsequenzen.
Die Katastrophe scheint perfekt! Nun herrscht landesweit Stillstand: Immobilientransaktionen sind blockiert, Notare können keine Verkäufe mehr beglaubigen, Banken vergeben keine Hypotheken und Eigentümernachweise können nicht mehr ausgewiesen werden.
Zeitpunkt als Katastrophe für Käufer
Wie das Fachportal „Risky Business“ unter Berufung auf Insiderquellen berichtet, verschaffte sich der Angreifer mit gültigen Zugangsdaten Zutritt zur ANCPI. Der Vorfall wurde Mitte Juli öffentlich und zunächst als „technisches Problem“ abgetan. Die rumänische Behörde musste den Cyberangriff mittlerweile zugeben. Offizielle Apps und Webseiten sind seither offline.
Der Zeitpunkt des Hackerangriffs könnte nicht heikler sein – vor allem für Käufer. Zum 1. August 2026 soll in Rumänien die Mehrwertsteuer für den Kauf von Neubauwohnungen drastisch von neun auf 21 Prozent steigen. Da tausende Transaktionen vor dieser Frist blockiert sind, drohen Bürgern massive Mehrkosten oder der Verlust ihrer Anzahlungen. Zahlreiche Neubaukäufe waren exakt so geplant, dass sie vor diesem Stichtag abgeschlossen werden – was nun unmöglich scheint.
Die Behörde ist seither um Schadensbegrenzung bemüht und versucht, eine Panik zu vermeiden. Entgegen den Darstellungen des Hackers behauptet die ANCPI für eigene „Offline-Backups“ zu verfügen. Man arbeite fieberhaft an der Wiederherstellung, hieß es in einer Stellungnahme. Ein genauer Zeitpunkt für die Wiederaufnahme des Normalbetriebs ist aber völlig unklar.
Gleichzeitig wird darauf verwiesen, dass in der Öffentlichkeit kursierende Informationen über die Folgen „weder der Realität noch dem Stand der Ermittlungen entsprechen“. Das rumänische Parlament wurde zudem zu einer Sondersitzung einberufen. Der Senat diskutiert jetzt eine Notverordnung zur Fristverlängerung der Mehrwertsteuer-Erhöhung.
Leichtes Spiel für Hacker: „passw0rd“ als Passwort
Hinter dem Angriff wird ein Hacker mit dem Darknet-Pseudonym „ByteToBreach“ vermutet. Laut IT-Sicherheitsexperten soll es sich um einen Kriminellen handeln, der von Algerien aus operiert. Er gilt als „technisch versierter Cyberkrimineller“, der bereits für Angriffe auf Regierungsportale bekannt ist. Die rumänische Cybersicherheitsbehörde (DNSC) hatte die ANCPI zuvor mehrmals vor eklatanten Sicherheitslücken gewarnt.
Veraltete Betriebssysteme, fehlende Firewalls und extrem schwache Passwörter ebneten dem Angreifer den Weg. Die rumänische Investigativplattform „Public Record“ deckte nach einer Analyse der geleakten Daten auf, wie leicht es dem Hacker gemacht wurde. Der Hacker fand dem Bericht zufolge im System der staatlichen Katasterbehörde aktive Mitarbeiterkonten vor, die extrem schwache und banale Standardpasswörter wie „passw0rd“ nutzten.


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