Beispielloser Vorfall

KI brach aus und führte Hackerangriff durch!

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22.07.2026 06:38
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wovor Experten bereits seit Längerem warnen, ist nun eingetreten. Bei einem Testlauf für neue KI-Systeme sind einige Modelle des US-Konzerns OpenAI aus einer eigentlich abgeschotteten Umgebung ausgebrochen. In weiterer Folge verschafften sie sich Zugang zum Internet und führten einen Hackerangriff durch.

Ziel des Angriffs war Hugging Face, eine Plattform zum Austausch von KI-Modellen und Datensätzen. Der vollständig autonome Angriff ereignete sich in der Vorwoche, ist aber erst jetzt von OpenAI bestätigt worden. Das Unternehmen sprach von einem „beispiellosen Cyber-Vorfall“ und kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken. Zudem versprach der KI-Entwickler, bei den Ermittlungen eng mit Hugging Face zu kooperieren.

OpenAI wollte laut einem Blogeintrag des Unternehmens beim neuen Modell GPT-5.6 Sol und einer noch unveröffentlichten künftigen Version die Fähigkeit ausloten, Sicherheitslücken für Cyberattacken auszunutzen. Dafür sollte die Software Aufgaben eines Standard-Tests mit dem Namen ExploitGym lösen, der dafür oft in der Branche verwendet wird. Doch die KI-Modelle gingen viel weiter als erwartet, um die Aufgabe zu erfüllen.

Künstliche Intelligenz wollte schummeln
Zunächst brach die Software aus der Testumgebung aus, indem sie sich auf eigene Faust Zugang zum offenen Internet verschaffte – und zwar über eine bisher unentdeckt gebliebene Schwachstelle. Während sie eigenständig im Netz unterwegs waren, kamen die Modelle zu dem Schluss, dass es bei Hugging Face nützliche Daten und Lösungen für die ExploitGym-Aufgaben geben könnte. Deshalb habe die Software sich Zugang zu „geheimen Informationen“ auf der Plattform verschafft, mit denen sie beim ExploitGym-Test schummeln könnte, erläuterte OpenAI.

Auch dafür setzte die OpenAI-Software unter anderem auf zuvor unentdeckte Sicherheitslücken – aber auch auf gestohlene Zugangsdaten. Hugging Face zufolge führte der KI-Angreifer Tausende Schritte aus und wechselte den Standort der digitalen Steuerzentrale der Attacke.

Angst vor KI-Cyberangriffen
Experten warnen schon lange vor Cyberattacken mit KI-Software. In den vergangenen Monaten heizte vor allem ein neues Modell des OpenAI-Rivalen Anthropic die Debatte an. Die Software mit dem Namen Mythos entdeckte über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Sicherheitslücken bei viel genutzten Programmen und Online-Diensten. Die Schwachstellen konnten in der Folge gestopft werden. Doch zugleich führte das vor Augen, dass solche KI in den falschen Händen als verheerende Cyberwaffe dienen kann.

Anthropic macht die vollen Möglichkeiten von Mythos nur für ausgewählte Behörden und Unternehmen zugänglich. Für andere gibt es eine abgespeckte Version mit dem Namen Fable, der unter anderem die Cybersicherheits-Fähigkeiten fehlen. Nach Warnungen, dass die KI-Modelle von den Zügeln befreit werden könnten, musste Anthropic auf Geheiß der US-Regierung den Zugang zu Mythos und Fable zeitweise sperren. Die Blockade wurde inzwischen aufgehoben.

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