Appell in China

Xi Jingping will „sichere und kontrollierbare“ KI

Digital
17.07.2026 08:34
Porträt von krone.at
Von krone.at

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping fordert im KI-Wettlauf mit den USA mehr Kontrolle bei der Nutzung Künstlicher Intelligenz und einen offeneren Zugang zu der mächtigen Technologie. „Wir sollten das Risikobewusstsein stärken und gewährleisten, dass KI sicher und kontrollierbar ist“, sagte er zur Eröffnung der World AI Conference in Shanghai.

Xi sprach sich für eine Kombination aus Gesetzen, Überwachung und Frühwarnsystemen aus, um missbräuchliche KI-Nutzung zu verhindern. Die erste Rede des Präsidenten bei der seit 2018 jährlich stattfindenden Konferenz zeigt die gestiegene Bedeutung von KI für die regierende Kommunistische Partei. Xi warb dafür, die Technologie gemeinsam zu entwickeln und ließ durchklingen, dass nationale Sicherheit nicht als Grund vorgeschoben werden sollte, KI-Modelle für andere zu blockieren. Einzelne Länder erwähnte er nicht. Die US-Regierung hatte allerdings im Juni zeitweise den Zugang zu bestimmten KI-Modellen eingeschränkt.

Xi warb dafür, KI gemeinsam zu entwickeln.
Xi warb dafür, KI gemeinsam zu entwickeln.(Bild: AP/Ng Han Guan)

Wettstreit mit US-Konkurrenz
Der Einparteienstaat China fordert mit seinen Bestrebungen in der Zukunftstechnologie letztendlich vor allem den KI-Vorreiter und Hauptrivalen USA heraus. Tech-Firmen aus den Vereinigten Staaten beschuldigen chinesische Konkurrenten, amerikanische Technologie illegal gekapert zu haben, um damit eigene Modelle zu trainieren. Die Chinesen bestreiten das.

  Einen Tag vor Xis Rede unterzeichneten 29 Länder eine Vereinbarung zur Gründung einer Weltorganisation für Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz (WAICO) mit Sitz in Shanghai. Zu den Unterzeichnern gehören laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua der Volksrepublik wohlgesonnene Länder wie Russland, Indonesien und Kasachstan. Die WAICO soll demnach die Zusammenarbeit und globale Steuerung im Bereich KI fördern.

China hätte damit eine Plattform, um über Standards im Bereich KI zu verhandeln. Ohnehin fordert Peking schon länger, dass die Entwicklung Künstlicher Intelligenz nicht in den Händen weniger Länder liegen sollte. „Die Zukunft der KI sollte nicht von Monopolen oder geopolitischen Rivalitäten bestimmt werden, sondern davon, inwieweit ihre Innovationen geteilt werden und wie breit ihre Vorteile spürbar sind“, kommentierte Xinhua, die als Sprachrohr der Kommunistischen Partei gilt.

China-Start-up präsentiert neues KI-Modell
Pünktlich zum Beginn der Konferenz veröffentlichte das chinesische Start-up Moonshot AI mit „Kimi K3“ ein neues KI-Modell, das nach Firmenangaben 2,8 Billionen Parameter besitzen soll. Die Zahl der Parameter lässt auf die Komplexität des Modells schließen. Einfach gesagt: Je mehr Parameter es hat, desto höher ist die Leistungsfähigkeit.

Das Pekinger Unternehmen will so zu den US-Rivalen OpenAI und Anthropic aufschließen, die bisher mit ihren leistungsstärksten Modellen besonders komplexe Aufgaben besser lösen. Ihre Parameterzahlen machen die beiden Firmen nicht öffentlich. Marktexperten erwarten aber, dass der Vorsprung der US-Entwickler gegenüber den immer stärkeren und günstigeren KI-Modellen aus China schmelzen könnte.

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