Alarmmatte blieb stumm

Todessturz von Dach in Altenheim bleibt ungeklärt

Oberösterreich
17.07.2026 08:00

Ein 89-jähriger Bewohner war nachts aus drei Metern Höhe vom Vordach einer Mühlviertler Pflegeeinrichtung gefallen. Warum die vor seinem Bett liegende Signalmatte keinen Alarm ausgelöst hatte, bleibt offenbar für immer unklar. Die Staatsanwaltschaft Linz hat ihre Ermittlungen eingestellt. 

Es war eine erschütternde Entdeckung, die Pflegekräfte am 22. September 2025 (kurz vor 3 Uhr früh) im Zugangsbereich des Bezirksseniorenheims in Bad Leonfelden machten. Ein Bewohner lag dort lebensgefährlich verletzt am Boden. Erwin P. (89) war nicht mehr ansprechbar, er starb zwei Tage später im Spital.

Bei Kontrollgang geschlafen
Den tragischen Todesfall konnte sich hausintern niemand erklären, denn alle Sicherheitsvorkehrungen sollen eingehalten worden sein. Vor dem Bett war offenbar eine Signal- bzw. Sensor-Trittmatte platziert worden, die Alarm schlägt, wenn jemand drauf steigt oder aus dem Bett fällt. Bei einem Kontrollgang des Pflegedienstes gegen Mitternacht soll der 89-Jährige noch geschlafen haben. Die Tür war unversperrt, das Fenster geschlossen.

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Es ist von einem tragischen Unfallgeschehen auszugehen. Das Verfahren gegen drei Pflegerinnen wurde nun eingestellt.

Ulrike Breiteneder, Staatsanwaltschaft Linz

Wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung leitete die Staatsanwaltschaft Linz gegen drei Pflegemitarbeiter ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren ein. Die Einvernahme der Beschuldigten erhärtete den Verdacht allerdings nicht.

Matte war funktionstüchtig
Der körperlich noch sehr rüstige Senior könnte über die Signalmatte gestiegen sein – wie Überprüfungen zeigten, war sie technisch voll funktionstüchtig. In der Vergangenheit soll er sie auch schon einmal weggeräumt haben. Und er könnte das Fenster mit der Tür verwechselt haben. Jedenfalls soll er im Dunkeln auf dem Vordach des Altenheims noch etwa 25 Meter weit spaziert sein, bevor er abgestürzt ist.

Was tatsächlich passiert war, lässt sich mit Gewissheit nicht mehr sagen. Mangels belastender Indizien stellte die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen die Pflegerinnen nun ein. „Wir gehen von einem tragischen Unfallgeschehen aus“, bestätigt STA-Sprecherin Ulrike Breiteneder.

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