Nach einem weiteren bestätigten Fall im Bezirk Neusiedl am See warnt die Bezirkshauptmannschaft vor dem Kontakt mit toten Wildtieren. Die Hasenpest kann in seltenen Fällen auch auf den Menschen übertragen werden.
Im Herbst des Vorjahres sorgte die Kaninchenpest für große Sorgen um die Feldhasen. Nun beschäftigt mit der Hasenpest die nächste gefährliche Krankheit die Behörden. Nach einem Fall der Tularämie im Bezirk Neusiedl am See warnt die Bezirkshauptmannschaft jetzt vor dem Kontakt mit verendeten Wildtieren. Besonders jetzt, in der warmen Jahreszeit, steigt das Risiko, weil blutsaugende Insekten den Erreger übertragen können.
Kontakt mit totem Hasen sorgt für Aufregung
Für Aufregung sorgte zuletzt ein Vorfall auf einer Baustelle, wo ein Arbeiter mit einem toten Feldhasen in Kontakt gekommen und später erkrankt sei. Ob tatsächlich eine Infektion mit Tularämie vorliegt, sei derzeit noch unklar.
Die bakterielle Infektionskrankheit befällt vor allem Feldhasen, Wildkaninchen und andere Nagetiere, kann aber auch Haustiere und Menschen infizieren. Eine Ansteckung ist durch direkten Kontakt mit infizierten oder verendeten Tieren beziehungsweise deren Körperflüssigkeiten möglich, aber auch über Zecken und andere blutsaugende Insekten, kontaminierten Staub, verunreinigtes Wasser oder nicht ausreichend erhitztes Wildbret.
Übertragung auch auf Menschen möglich
Aktuell gibt es bestätigte Fälle in den Bezirken Neusiedl am See, Eisenstadt, Eisenstadt-Umgebung und Mattersburg. Auch aus Niederösterreich werden Infektionen gemeldet. „Rund zehn Prozent der eingesandten Proben sind positiv“, sagt Roman Bunyai von der Servicestelle für Jagd und Fischerei. Gleichzeitig betont er, dass die Krankheit nicht leicht auf den Menschen überspringe. „Wer einen toten Hasen findet, sollte ihn keinesfalls angreifen, sondern den zuständigen Jäger verständigen. Dieser weiß, wie das Tier fachgerecht entsorgt wird.“
Kadaver nicht berühren
Die Bezirkshauptmannschaft rät außerdem, Kadaver niemals mit bloßen Händen zu berühren und Hunde oder andere Haustiere fernzuhalten. Jägern wird empfohlen, beim Umgang mit Fallwild oder beim Aufbrechen erlegter Hasen Schutzhandschuhe zu tragen und auf sorgfältige Hygiene zu achten.
Wer dennoch Kontakt mit einem toten Tier hatte, sollte laut Behörde drei Wochen lang auf Fieber achten und bei grippeähnlichen Beschwerden umgehend einen Arzt aufsuchen.
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