Im Rahmen einer Studie an der Med Uni Graz wird überprüft, wie sich sportliche Betätigung auf die Therapie von Patienten mit Lungenkrebs auswirkt. Betroffene, die an der Teilnahme Interesse haben, können aktuell noch in die Studie eingeschlossen werden.
Ein Lungenkarzinom gilt bei Männern als häufigste und bei Frauen als zweithäufigste Todesursache durch Krebs. In Österreich sterben jährlich knapp 4000 Menschen an den Folgen der Erkrankung. Wie sich die Heilungschancen verbessern lassen, ist Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen.
An der Med Uni Graz läuft derzeit, unter Leitung von DDr. Elisabeth Taucher von der Abteilung für Pulmonologie eine Studie zu diesem Thema. Die Forscher möchten genauer analysieren, wie sich die Stimulation des Immunsystems durch körperliches Training auf dem Fahrradergometer auf den Verlauf der Tumorerkrankung auswirkt.
Training unterstützt Immunsystem
Wie die Med Uni Graz bekannt gab, weist die derzeitige Datenlage klar darauf hin, dass die körpereigene Immunantwort gegen den Tumor durch richtig dosierte körperliche Belastung optimiert wird. So wurde eine begleitende Trainingstherapie bereits in anderen Ländern als routinemäßige Ergänzung der Krebstherapie etabliert – in Österreich sind die positiven Effekte von Sport bei einer diagnostizierten Krebserkrankung allerdings noch wenig bekannt.
Daten aus der Literatur zeigen klar, dass das Risiko, an Krebs zu erkranken, durch regelmäßiges Ausdauertraining deutlich reduziert wird.

DDr. Elisabeth Taucher, Abteilung für Pulmonologie, Med Uni Graz
Bild: Med Uni Graz
„Tumorzellen werden durch das körpereigene Immunsystem bekämpft. Jedoch entwickeln Tumorzellen Mechanismen, diesem Angriff durch die körpereigene Immunantwort zu entgehen. Sport und Training haben nachweislich einen stimulierenden Effekt auf das Immunsystem; beispielsweise kommt es nach einer körperlichen Belastung zu messbaren Anstiegen der Zytokin-Werte im Blut“, erklärt DDr. Taucher den Mechanismus, den die Studie untersucht.
Ziel der Studie
„Mit dem Projekt erforschen wir den Effekt einer medizinisch und sportwissenschaftlich begleiteten 12-wöchigen Trainingstherapie bei Patienten, die an Lungenkrebs leiden. Daten aus der Literatur zeigen klar, dass das Risiko, an Krebs zu erkranken, durch regelmäßiges Ausdauertraining deutlich reduziert wird. Für gewisse Krebsarten wie zum Beispiel Brustkrebs gibt es auch schon deutliche Hinweise, dass der Krankheitsverlauf durch körperliches Training positiv beeinflusst wird“, führt die Forscherin weiter aus.
Patienten, die an der Teilnahme Interesse haben, können aktuell noch in die Studie eingeschlossen werden. Anmeldung unter: +43 316 385 12183.
„Vor einigen Jahrzehnten hieß es, dass man nach einem Herzinfarkt körperlich nicht mehr belastet werden darf. Heute ist es ganz normal, dass nach einem Herzinfarkt in einer kardiologischen Reha-Einrichtung Sport betrieben wird – dies wirkt sich sogar positiv aus und ist auf keinen Fall gefährlich, wenn im richtigen Maße betrieben“, so Elisabeth Taucher.
Eine ähnliche Erkenntnis erhoffen sie und ihr Team sich auch beim Lungenkrebs.
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