Übergabe von Migranten
Video: Kooperieren Seenotretter mit Schleppern?
Arbeiten Helfer einer deutschen Menschenrechtsorganisation mit Schleusern direkt Hand in Hand zusammen? Brisante Videoaufnahmen zeigen brisante Vorgänge bei der Flüchtlingsübergabe im Mittelmeer.
Die Aufnahmen des Aufklärungsflugzeugs von Frontex, der europäischen Grenzschutzbehörde, stammen vom 11. Mai 2026. Die größte französische Zeitung „Le Figaro“ hat das Video ausgewertet und als echt eingestuft. Experten sprechen von einem „ungewöhnlich wichtigen Beweismittel“.
Dieses Video zeigt die brisante Übergabe von Migranten und bringt Sea-Watch unter Druck:
Die rund siebenminütigen Aufnahmen zeigen ein großes Hochseeschiff und drei kleinere Boote vor der Küste Libyens im Mittelmeer. Beim Umschalten auf die hochauflösendere Kamera der Aufklärungsmaschine wird der Schriftzug Sea-Watch 5 auf dem Frachter deutlich.
Keine Flüchtlinge in Seenot erkennbar
Auf einem schwarzen Schnellboot sitzen Menschen mit Rettungswesten – dicht an dicht gedrängt. Fünf der Männer tragen Masken. Auf dem Überwachungsvideo ist kurze Zeit später klar zu sehen, wie von der Sea-Watch aus ein Schlauchboot startet und auf das Schnellboot zusteuert. Die Bilder zeigen weder Menschen im Wasser noch ein sinkendes Boot noch erkennbare Panik. Eine spontane Rettungsaktion – wie später von Sea-Watch behauptet – ist nicht zu erkennen.
Ich kann bestätigen, dass ein Flugzeug von Frontex am 11. Mai in dem Gebiet im Einsatz war.
Sprecher von Frontex
Flüchtlinge tragen bereits Rettungswesten
Ein zweites kleineres Boot der Menschenrechtsorganisation hat offenbar bereits Flüchtlinge vom Schnellboot übernommen. Dann werden die restliche Menschen nacheinander von dem Schnellboot auf das verbliebene Beiboot der Sea-Watch umgesetzt. Rettungswesten werden verteilt – an alle, die noch keine tragen.
Daumen hoch, dann fuhren Boote auseinander
Nach bisherigen Kenntnissen sollen bei dieser Aktion rund 90 Menschen – überwiegend aus Bangladesch – von den Schleusern an Sea-Watch überbeben worden sein. Nachdem der letzte Migrant das Rettungsboot erreicht, gibt einer der Maskierten ein Zeichen. Er hebt den Daumen, anschließend fahren die Boote auseinander.
Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungsverfahren ein
Vier Tage später kam das Seenotrettungsschiff Sea-Watch 5 mit 166 Migranten an Bord im Hafen von Brindisi in Süditalien an. Nach Auswertung der Frontex-Aufnahmen leitet die italienische Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beihilfe zur illegalen Einwanderung ein. Beihilfe zur illegalen Einreise in erschwerter Form kann in Italien mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft werden.

Sea-Watch: „Rechtsextreme Hetzkampagne“
Die Menschenrechtsorganisation Sea-Watch hat sich inzwischen zu den brisanten Aufnahmen geäußert und sieht sich einer rechtsextremen Hetzkampagne ausgesetzt. Die NGO weist in einer Aussendung jede Zusammenarbeit mit Schleusern zurück: „Die veröffentlichten Aufnahmen zeigen lediglich einen selektiven Ausschnitt.“
Sea-Watch fährt fort: „Das Rettungsteam fand ein doppelstöckiges Boot mit 90 Personen an Bord vor. Zwei Personen waren bewusstlos, mehrere stark geschwächt.“ Die NGO behauptet weiters: „Es besteht weder ein Verhältnis noch irgendeine Form der Kommunikation oder Verabredung. Unser Rettungsteam war außerdem mit vermummten Männern konfrontiert.“ Das ruhige Verhalten der Crew sei bewusste Deeskalation, keine Vertrautheit.
Diese Hetzkampagne gegen die Zivilgesellschaft wird uns nicht einschüchtern. Wir bleiben entschlossen, Leben zu retten und für Bewegungsfreiheit zu kämpfen.
Mitteilung von Sea-Watch
Flüchtlinge zahlen bis zu 15.000 Euro
Sea-Watch hat seit 2015 nach eigenen Angaben 50.000 Flüchtlinge nach Europa geholt. Wie die deutsche „Bild“ berichtet, zahlen Flüchtlinge bis zu 15.000 Euro an die Schlepper, um nach Europa zu kommen. Allein die Überfahrt über das Mittelmeer kostet demnach 5000 Euro pro Person. Nach den vorliegenden Informationen verdienen die Gruppen der Organisierten Kriminalität (OK) mit einer einzigen Tour vor der afrikanischen Küste damit knapp 500.000 Euro.








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