Horror-Crash auf Donau

So knapp entgingen 200 Passagiere der Katastrophe

Wien
24.07.2026 10:53

Es sind Bilder, die erahnen lassen, welche Wucht hinter dem Unfall gesteckt haben muss: Bei einem Lokalaugenschein sah die „Krone“ die schwer beschädigte Bugspitze der „Anna Katharina“. Das Flusskreuzfahrtschiff ist am Freitag gegen 4 Uhr bei der Schleuse Freudenau mit voller Wucht gegen die Kaimauer und ein Schleusentor geprallt.

Der vordere Bereich des Schiffes wurde bei der Kollision mit der Schleuse Freudenau massiv zerstört. Die Bilder wirken katastrophal. Umso größer ist das Glück im Unglück: Obwohl sich rund 200 Menschen an Bord befanden, wurden „nur“ 14 Passagiere leicht verletzt. „Es gab keine Schwerverletzten, niemand war in kritischem Zustand“, berichtete Rettungssprecher Daniel Melcher.

Das Flusskreuzfahrtschiff krachte in den frühen Morgenstunden bei der Schleuse Freudenau gegen ...
Das Flusskreuzfahrtschiff krachte in den frühen Morgenstunden bei der Schleuse Freudenau gegen die Kaimauer und ein Schleusentor.(Bild: Stadt Wien | Feuerwehr )
(Bild: Stadt Wien | Feuerwehr)
(Bild: Markus Schmid)

Sechs von ihnen mussten zur weiteren Behandlung ins Donauspital gebracht werden, wurden aber bereits am Vormittag wieder entlassen. Sie klagten über Schmerzen im Rücken-, Brust- und Nackenbereich. Niemand ging über Bord, niemand wurde schwer verletzt.

Nach dem Unfall musste das Flusskreuzfahrtschiff bei der Schleuse Freudenau gesichert und ...
Nach dem Unfall musste das Flusskreuzfahrtschiff bei der Schleuse Freudenau gesichert und geborgen werden. 14 Passagiere wurden bei der Kollision leicht verletzt, sechs von ihnen ins Spital gebracht.(Bild: Stadt Wien | Feuerwehr )
(Bild: Hannah Neudeck)
(Bild: Hannah Neudeck)
(Bild: Hannah Neudeck)
(Bild: Hannah Neudeck)
(Bild: Hannah Neudeck)
(Bild: Hannah Neudeck)

Beim Lokalaugenschein zeigt sich das Ausmaß der Zerstörung an der Bugspitze deutlich. Der vordere Teil des Schiffes ist massiv beschädigt. Angesichts der Bilder kann man wohl tatsächlich nur von einem Wunder sprechen, dass die Kollision keine weitaus schwereren Folgen hatte.

Nur knapp an Katastrophe vorbei
An der ganz vorderen Spitze des Schiffes befinden sich keine regulären Passagierbereiche. Dahinter liegt ein verglaster Innenbereich, der zum Zeitpunkt des Unfalls in den frühen Morgenstunden vermutlich nicht stark frequentiert war. Auch auf dem davorliegenden Außendeck dürften sich zum Zeitpunkt des Unfalls in den frühen Morgenstunden kaum Menschen aufgehalten haben. 

Wie imposant das Schiff vor dem Unfall aussah, zeigen auch Bilder, die die Reederei auf Instagram veröffentlicht hat (siehe unten). Die Aufnahmen geben einen Eindruck vom eleganten Innenleben des Flusskreuzfahrtschiffs – und bilden damit einen dramatischen Kontrast zu den aktuellen Bildern der zerstörten Bugspitze.

Ermittlungen zum Unfallhergang laufen
Die Einsatzkräfte, darunter die Berufsrettung Wien mit ihrer Sondereinsatzgruppe, wurden gegen 4 Uhr alarmiert. Die Feuerwehr überprüfte zunächst, ob sich möglicherweise Personen im Wasser befanden, und sicherte das Schiff. Zudem kontrollierten die Einsatzkräfte, ob die heftigen Kollisionen Löcher im Schiffsrumpf verursacht hatten und dadurch Wasser eindringen konnte. Nach den ersten Informationen war das nicht der Fall. 

Derzeit laufen die Ermittlungen hinsichtlich des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Die genauen Hintergründe, wie es zu dem Unfall kam, sind derzeit noch unklar. Der Kapitän – ein 49-jähriger Bulgare – wird am Freitag von der Polizei befragt. Laut „Krone“-Informationen dürfte ein technischer Defekt das Unglück verursacht haben. 

Erinnerung an tödliche Schifftragödie
Der Unfall weckt Erinnerungen an eine weit schwerere Schiffstragödie an der Freudenau: Am 22. Oktober 1996 verunglückte dort das slowakische Schubschiff „Ďumbier“ (siehe Foto).

(Bild: Andi Schiel)

Acht Matrosen kamen bei dem Unglück ums Leben, nur ein Besatzungsmitglied konnte schwer verletzt gerettet werden.

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