Der Partei reicht es

Paukenschlag in ÖVP! Ruck muss gehen

Innenpolitik
23.07.2026 15:24

Was zu viel ist, ist offenbar auch in der ÖVP zu viel: Nachdem die bekannt gewordenen Gesprächsprotokolle das ungustiöse System rund um Wiens Wirtschaftskammer-Boss Walter Ruck ins Licht der Öffentlichkeit gerückt hatten, zieht ÖVP-Chef und Bundeskanzler Christian Stocker am Freitag dem Vernehmen nach erste Konsequenzen. 

Wie die „Krone“ berichtete, hatte Stocker bereits kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Walter Ruck Aufklärung und Konsequenzen gefordert.

Der Wirtschaftskammer-Chef selbst hatte sich seither nicht öffentlich zu den Vorwürfen erklärt, in der WKO hatte man ihm die Mauer gemacht. Ein Sprecher Rucks verwies auf „nicht verifizierbare und potenziell illegal angefertigte Tonaufnahmen“. Auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hatte sich betont zurückhaltend gezeigt, was die Vorwürfe gegen Ruck anging – was ihm umgehend Kritik von seinem Bundesparteivorsitzenden Andreas Babler einbrachte. 

Der ÖVP reicht es: Walter Ruck wird aus der Partei ausgeschlossen, wie die „Krone“ erfuhr.
Der ÖVP reicht es: Walter Ruck wird aus der Partei ausgeschlossen, wie die „Krone“ erfuhr.(Bild: Reinhard Holl)

Den Schwarzen wurde es zu bunt
In der Volkspartei – speziell im Kanzleramt – macht man jetzt hingegen wohl Nägel mit Köpfen. Wie die „Krone“ erfuhr, wird Bundeskanzler Christian Stocker für Freitagabend eine virtuelle Sitzung des ÖVP-Bundesparteivorstandes einberufen.

Auf der Tagesordnung steht im Grunde nur ein Name – Walter Ruck. Er wird die Volkspartei wohl verlassen müssen. Das Stelzen-Gate, die frauenverachtenden Aussprüche und Postenschacher-Vorwürfe wurden den Schwarzen zu bunt.

ÖVP-Chef und Bundeskanzler Christian Stocker zieht nun Konsequenzen nach dem Ruck‘schen ...
ÖVP-Chef und Bundeskanzler Christian Stocker zieht nun Konsequenzen nach dem Ruck‘schen Stelzen-Gate.(Bild: Eva Manhart)

Man wolle „die richtigen Schlüsse ziehen“, heißt es aus der ÖVP dazu unmissverständlich. Der Druck wurde offenbar also zu groß – nun gibt man ihn direkt an Ruck weiter. Denn ausschließen kann die ÖVP Ruck de facto nur aus der Partei – und damit auch aus dem Wirtschaftsbund, Rucks politischer Heimat bei den Schwarzen.

In der Kammer bleibt der viel kritisierte Präsident – dank der dortigen Selbstverwaltung – auch parteilos weiter im Amt. Dort absetzen kann ihn – wie berichtet – alleine das Wirtschaftsparlament der Wiener Landeskammer, in dem es „dem von ihm gewählten Präsidenten das Misstrauen aussprechen kann“. Ob das auch passiert oder Ruck doch noch selbst zurücktritt, bleibt abzuwarten ...

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