Testergebnis da

Verdacht bestätigt: Wien versiegelt Asbest-Straßen

Wien
24.07.2026 10:11

Dutzende Verdachtsflächen wurden seit Wochen geprüft, nun steht die erste Bestätigung amtlich fest. Greenpeace hatte die Behörden informiert – diese reagieren ohne Verzögerung und schützen die betroffenen Abschnitte umgehend vor einer Freisetzung des krebserregenden Materials.

Der Aufschrei vor einigen Wochen war groß. Das Krebs-Gift Asbest wurde scheinbar auch in Wiener Straßen verbaut. Jetzt liegen die Labor-Ergebnisse vor – und der Verdacht ist amtlich bestätigt. In fünf Wiener Straßen steckt krebserregender Asbest im Asphalt, geprüft von einer akkreditierten Anstalt. Betroffen sind die Rosenhügelstraße, die Anton-Freunschlag-Gasse, die Bertégasse, die Wernergasse und die Stieglergasse. Die Stadt reagiert prompt: Alle fünf Abschnitte werden noch versiegelt.

Schnellste und wirksamste Methode
„Das ist die schnellste, sicherste und wirksamste Methode, um rasch einen effektiven Schutz zu gewährleisten“, erklärt Wolfgang Ablinger, stellvertretender Leiter der MA 28. Eine neue Deckschicht schließt das belastete Material fest ein, Fasern können nicht mehr austreten. „Der Schutz wirkt sofort“, betont Ablinger. Eine Deckschicht sei zudem wesentlich rascher aufgebracht, als die gesamte Straße aufzubrechen. Beim Fräsen oder Aufgraben könnten Fasern dagegen erst recht freigesetzt werden – deshalb der Griff zur schnellen Lösung.

Die hochgiftigen Fasern wurden auch im Wiener Asphalt gefunden
Die hochgiftigen Fasern wurden auch im Wiener Asphalt gefunden(Bild: Carina Fenz)

Umweltmediziner involviert
Auch H-P Hutter, Leiter der Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin der MedUni Wien, gibt vorsichtig Entwarnung: „Wird asbesthaltiges Material fest in einer Asphaltoberfläche gebunden, ist das Risiko einer Faserfreisetzung grundsätzlich als sehr gering einzustufen. Das Vorhandensein von asbesthaltigem Gestein in einem Straßenbelag ist daher nicht automatisch mit einer Gesundheitsgefährdung gleichzusetzen.“ Bei aktuellen Bauprojekten kommt kein asbesthaltiges Gestein zum Einsatz, versichert die Stadt. Das Material stammt ausschließlich aus niederösterreichischen Steinbrüchen im Großraum Wien.

Aufdecker Greenpeace zeigt sich zufrieden
Aufgedeckt hat den Skandal Greenpeace. Anfang Juli fand die Organisation in mehreren Wiener Straßen nahezu reinen Asbest im Asphalt und übergab die Informationen umgehend der Stadt. Mittlerweile zählt Greenpeace bereits 40 Verdachtsflächen in elf Bezirken. Jedem einzelnen Hinweis geht die Stadt nach, wie sie nun beweist. Stefan Stadler vom Greenpeace-Investigativteam lobt die Stadt: „Die Stadt Wien handelt vorbildlich. Jede Verdachtsfläche wird von den Behörden geprüft und es werden unverzüglich Maßnahmen gesetzt.“ Für weitere gemeldete Flächen laufen bereits Probenahmen, die Ergebnisse stehen noch aus.

Wie geht es nun weiter?
Wien plant unterdessen langfristig vor: Ein eigenes Register soll künftig alle bestätigten Asbest-Straßen erfassen. Aufgrabungen und Umbauarbeiten sind dann nur noch unter strengen, klar geregelten Schutzauflagen erlaubt. Die MA 28 hat zudem ihre Kontrollen bei Materialprüfung und Bauüberwachung bereits verschärft. Bei jedem künftigen Straßenbauprojekt mit Aufbruch wird der bestehende Straßenkörper vorab auf Asbest untersucht – noch bevor die Bagger überhaupt anrollen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung