Mit Duster und Bigster räumt Dacia am Markt bei den Privatkunden ganz vorne ab. Trotzdem meint Designchef David Durand, dass die Blütezeit von SUVs vielleicht schon vorbei ist – und stellt uns eine Alternative hin: den Striker. Der erste Crossover-Kombi der preisgünstigen Renault-Tochter. Mit der Bodenfreiheit eines SUV, aber der Dachlinie eines Kombis. Das verlangt nur einen Kompromiss…
In den letzten zwanzig Jahren wurde ein SUV nach dem anderen auf den Markt geworfen, bei den Neuzulassungen in Österreich führt trotzdem ein Auto, das hauptsächlich als Kombi bestellt wird: der Skoda Octavia. Der wird bald von einem Kombi aus dem Hause Dacia Konkurrenz bekommen: Allerdings ist der Rumäne, der im türkischen Werk in Bursa gefertigt wird, mit 4,62 Metern Länge um 7 Zentimeter kürzer als der Tscheche.
Länger, aber flacher als der Bigster
Dafür überragt er in der eigenen Modellfamilie den Bigster in der Länge um 5 Zentimeter. mit 1,53 Metern Höhe ist der Striker jedoch um satte 18 Zentimeter niedriger als das größte SUV der Rumänen. Trotzdem bietet er mit 19 bzw. 20 Zentimetern (Frontantrieb oder Allrad) fast so viel Bodenfreiheitwie der SUV-Bruder – nur 2 bzw. 3 Zentimeter beträgt der Unterschied.
Und das merkt man an einer Stelle: Weil die Rückbank recht hoch im Auto platziert wurde, bleibt für einen 1,80-m-Menschen nicht viel Platz über dem Scheitel – auch nicht mit dem optionalen Panorama-Glasdach. Dafür gibt es dank 2,70 Metern Radstand reichlich Kniefreiheit. Und auch das Wichtigste an einem Kombi gibt sich großzügig: 600 Liter Kofferraumvolumen stehen zur Verfügung.
Der Schlüssel bleibt im Sack
Damit man die erreicht, muss man erstmals bei Dacia nicht einmal die Schlüsselkarte aus dem Hosensack nehmen: Einfach knapp hinter das Auto stellen – und wenige Augenblicke später geht die Heckklappe mit Gepiepse selbständig auf. Ebenfalls praktisch: Im Kofferraum lässt sich der Ladenboden dreiteilig variieren, um z.B. herumrutschende Gegenstände zu fixieren. Wieviel Anhängelast der Striker bewältigen darf, steht noch nicht fest.
Vollhybrid oder Hybrid-Allrad
Fix ist hingegen die Auswahl an Motoren – und die kennen wir schon aus Duster und Bigster: Beim Hybrid 155 mit Frontantrieb arbeitet ein 1,8-l-Vierzylinder (109 PS) mit zwei E-Motoren (49 PS) zusammen, das ergibt 158 PS. Die Kraft des Vollhybriden (also ohne Stecker) wird mittels Automatikgetriebe übertragen, bei dem vier Gänge für den Verbrenner, zwei für den Elektro-Antrieb zur Verfügung stehen. Beim Hybrid 150 4x4 treibt ein 1,2-l-Dreizylinder mit 140 PS die Vorderräder an, bei Bedarf hilft ein E-Motor mit 31 PS am Heck aus. Hier werkt eine Sechsgang-Doppelkupplung bzw. zwei Gänge für den E-Antrieb.
Erstmals mit T-Signatur
Damit gehen sich auch Ausflüge ins leichte Gelände aus. Was zur robusten Optik des rund 1400 kg leichten Striker mit seiner Kunststoff-Beplankung passt. In den Radkästen sitzen übrigens 17 bis 19 Zoll große Räder. Und erstmals kommt ein Dacia mit einer T-förmigen Lichtsignatur an Front und Heck.
Mit Stoff verfeinert
Auch das Cockpit spricht eine neue Designsprache, hier sieht es weniger rustikal als in den SUVs aus: Mit einer Stoff-Leiste wurde die Hartplastik-Landschaft aufgelockert, darüber sitzt ein 10,1-Zoll-Display für das Infotainment. Dieses kann entweder das Handy „spiegeln“ (Media Display), in der besseren Ausstattung verfügt es über ein Navi mit Echtzeit-Verkehrsdaten. Das 7-Zoll-Tachodisplay erzeugt durch optische Reflexion einen 3D-Eindruck, so etwas kennen wir bereits von Peugeot.
Dickeres Glas an Windschutzscheibe und Seitenscheiben soll für mehr Ruhe im Innenraum sorgen, ein optionales Panorama-Glasdach für mehr Helligkeit. Für reichlich Ablagen ist auch gesorgt, so warten unter der Mittelarmlehne 6,7 Liter Stauraum, fürs Handy gibt es eine induktive Ladeschale mit Magnethalterung.
Draufstecken wie bei Lego
Außerdem finden sich überall im Auto verteilt Ansteck-Möglichkeiten für „YouClip“-Zubehör: Dort kann man Becherhalter, eine Spielmatte oder Netztaschen anklipsen. Einen Gag konnten sich die Dacia-Designer auch nicht verkneifen: In die Becherhalter der hinteren Mittelarmlehne passt genau eine quadratische Basisplatte von Lego – darauf können die Kinder beim Spielen dann aufbauen.
Anfang 2027 soll der Dacia Striker in sieben Farben auf den Markt kommen, bei unter 27.000 Euro geht’s los. Wieviel Konkurrenz der Crossover-Kombi seinen SUV-Geschwistern machen wird, bleibt spannend.
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