Wer ist schuld?

Tausende Jobs weg: Seit drei Jahren geht‘s bergab

Niederösterreich
08.07.2026 07:00

Die Wirtschaftsflaute hat Niederösterreich fest im Griff. 38 Monate lang steigt die Zahl der Arbeitslosen bereits an – derzeit fast doppelt so stark wie im Bundesschnitt. Warum ist das so? SPÖ und ÖVP verorten die Ursachen völlig konträr.

Die monatliche Bilanz des AMS in Niederösterreich fällt trist aus. Und das seit mittlerweile mehr als drei Jahren. Der Juni dieses Jahres bestätigt: Die Kurve der Arbeitslosenzahlen zeigt nach oben – ein Zeichen dafür, dass es weiter bergab geht!

4,6 Prozent mehr Arbeitslose
44.284 Personen sind zwischen Enns und Leitha arbeitslos gemeldet. Das sind um 4,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Österreichweit liegt das Plus bei 2,4 Prozent. Nur Vorarlberg spielt mit einem Arbeitslosen-Zuwachs von 4,9 Prozent in der gleichen Liga wie das weite Land. Allerdings: Im Ländle ist zumindest die Zahl der Job-Suchenden in AMS-Schulungen um 7,7 Prozent gesunken – in Niederösterreich hingegen um 5,9 Prozent angestiegen.

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Die Langzeitarbeitslosigkeit ist in Niederösterreich um 18,6 Prozent gestiegen. Wer Jobs schaffen will, muss investieren.

Sven Hergovich, SPÖ

Kritik an Landeskoalition
SPÖ-Vorsitzender Sven Hergovich liest aus den aktuellen AMS-Daten eine „besorgniserregende Entwicklung“ heraus. Dass immer mehr Menschen im weiten Land ohne Job sind, ist für den Sozialdemokraten ein „Warnsignal, das man nicht ignorieren darf“. Er sieht die Landeskoalition in der Verantwortung: „Wer Arbeit schaffen will, muss investieren. Und nicht nur zuschauen, wie die Arbeitslosenzahlen steigen.“

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Niederösterreich ist ein Zuliefer- und Exportland. Daher werden in einer schwierigen Konjunkturlage globale Entwicklungen rasch spürbar.

René Lobner, ÖVP

ÖVP: Verantwortung beim Bund
„Niederösterreich tut, was ein Land tun kann“, ortet ÖVP-Arbeitssprecher René Lobner wirtschaftliches Versagen anderswo. Denn was die heimischen Betriebe nun bräuchten, um Arbeitsplätze zu schaffen, wisse man in St. Pölten ganz genau – Entlastung, leistbare Energie, weniger Bürokratie, Investitionsanreize und aktive Handelspolitik. „Genau diese Anreize fehlen aber im Bundesbudget“, schiebt Lobner den schwarzen Peter der Regierung in Wien zu.

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