„Kader ohne Franzosen“

Spaniens Ex-Premier sorgt für Rassismus-Eklat

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Von krone Sport

Mit rassistischen Äußerungen hat der frühere spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy vor dem Fußball-WM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich für Empörung gesorgt. Frankreich verfüge über einen „Kader von höchstem Niveau. Allerdings ohne Franzosen“, schrieb der Ex-Regierungschef von der konservativen Volkspartei (PP) am Wochenende in einem Gastbeitrag für das Onlinemedium El Debate.

„Es gibt Menschen, die Zugehörigkeit immer noch am Nachnamen, am Geburtsort oder an der Hautfarbe messen“, schrieb der aktuelle spanische Regierungschef Pedro Sánchez am Sonntag im Onlinedienst X. „Andere messen sie an der Verbundenheit mit einem Land und dem Willen, zu ihm beizutragen“, betonte der linksgerichtete Ministerpräsident und fügte hinzu: „Spanien gehört denen, die es lieben und mit Leben erfüllen. Nicht denen, die es mit fremdenfeindlichen Äußerungen in Verruf bringen. Frankreich, wir sehen uns im Halbfinale. Möge die bessere Mannschaft gewinnen und der Rassismus verlieren.“

Mariano Rajoy sorgte vor dem WM-Halbfinale für einen Eklat.
Mariano Rajoy sorgte vor dem WM-Halbfinale für einen Eklat.(Bild: APA/Chema Moya)

Französische Botschaft reagiert
Die französische Beauftragte für die Bekämpfung von Diskriminierung, Aurore Bergé, beklagte vor dem WM-Halbfinale in Dallas am Dienstagabend „wiederholte rassistische Entgleisungen“. Die französische Ministerin für die Überseegebiete, Naïma Moutchou, rief den französischen Fußballverband dazu auf, sich juristisch zu wehren.

Das ist absolut inakzeptabel, das entspricht überhaupt nicht den Werten Frankreichs“, kritisierte der französische Innenminister Laurent Nuñez gegenüber dem Sender BFMTV. „Mariano Rajoys Äußerungen über die französische Nationalmannschaft zeugen von unerträglichem Rassismus“, schrieb Frankreichs Fußballverbandspräsident Philippe Diallo bei X. „Sie werfen zudem Fragen nach dem verwerflichen Klima auf, das solchen Gestank erst ermöglicht. Unsere Spieler brauchen keine Staatsbürgerschaftsurkunden von einem ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten.“

Auf Rajoys Gastbeitrag reagierte auch die französische Botschaft in Madrid. „Alle Spieler der französischen Nationalmannschaft sind Franzosen“, erklärte die Botschaft. „Von den 26 Spielern sind 23 in Frankreich geboren. Die drei, die im Ausland geboren wurden, sind ebenfalls Franzosen.“

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