Aus der NEOS-Geschichte um eine verdeckte Tonaufzeichnung einer parteiinternen Strafsitzung über den Partei-Mitgründer Veit Dengler kommt keine der beteiligten Personen unbeschädigt davon. Zu deutlich ist der Eindruck, dass in der von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger geführten Organisation nur noch die pinke Parteifarbe fröhlich wirkt. Sonst scheint bei den NEOS eher Misstrauen und Missgunst zu herrschen.
Intrigen und unsaubere Methoden sind seit jeher fixer Bestandteil der Politik. Und gäbe es nicht immer wieder derartige Schmuddelgeschichten, hätten viele schon ganz das Interesse an den Vorgängen im Maschinenraum des Staats verloren. Doch bei allem voyeuristischem Gaudium: Oft sind solche Zwischenfälle ein erster Hinweis auf zu Ende gehende Systeme.
Das Lexikon des Hinterhalts reicht von Cäsar über Nixon bis zu Sebastian Kurz. Der soll im turbulenten Finale seiner vorläufig letzten Kanzlerschaft Telefonate mit seinem Weggefährten Thomas Schmid aufgenommen haben.
Aus Angst vor Verrat bilden die meisten Parteiführungen ihre Wagenburgen. So hat Herbert Kickl nur einen winzigen Kreis von Vertrauten um sich gebildet. Auch Andreas Babler lässt nur wenige Funktionärsfreunde in seine Nähe.
Nur Christian Stocker ist da anders. Der bedient sich fröhlich im ehemaligen Personalpool von Sebastian Kurz. Entweder ist der Kanzler von verblüffend erfrischender Vertrauensseligkeit oder er findet einfach keine eigenen Leute?
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