„Es werden keine Spitäler geschlossen“ ließ Gesundheitsministerin Korinna Schumann zuletzt mehrfach verlauten, und stellte sich damit auch gegen Kanzler und Koalitionspartner Christian Stocker. Doch nun klingt das anders, ein „aber“ in der ORF-Pressestunde lässt aufhorchen – und kleine Krankenhäuser wohl zittern ...
Seit Wochen streitet sowohl die Koalition als auch die SPÖ intern darüber, ob im Rahmen der Gesundheitsreform kleinere Spitäler geschlossen werden sollen oder nicht. Klare Linie gab es dabei bisher immer von der roten Gesundheitsministerin Korinna Schumann: Es werde keinen Kahlschlag geben, keine Krankenhäuser zusperren, entgegnete sie etwa auf die Kritik der roten Landeshauptleute Daniel Fellner (Kärnten) und Hans Peter Doskozil (Burgenland). Doch plötzlich klingt das alles nicht mehr so klar ...
Was aus kleinen Spitälern wird
Natürlich werde man keine Standorte schließen, so Schumann in der ORF-Pressestunde, aber: Ob sie als Spitäler weiter existieren, sei nicht sicher. Sie könnten auch in Primärversorgungszentren oder andere Gesundheitseinrichtungen umgewandelt werden. Welche Versorgung gebraucht werde, wolle man bundeslandübergreifend entscheiden, so die Gesundheitsministerin.
Sobald die Struktur stehe, solle es auch ein Lenkungssystem geben, das zum Beispiel freie Intensivbetten anzeige. So sollen tragische Fälle der Nicht- bzw. Fehlversorgung wie etwa im oberösterreichischen Rohrbach künftig verhindert werden. Dort war im Vorjahr eine Frau an einem Aortenriss gestorben, da es kein freies Intensivbett gegeben hatte.
Auch Wartezeiten sollten durch das Lenkungssystem kürzer werden – wann, das konnte Schumann auf Nachfrage nicht sagen. Auf jeden Fall solle die Zahl der Primärversorgung weiter ausgebaut werden und das Gesundheitstelefon 1450 stärker zum Tragen kommen.
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