Nach einem Cyberangriff auf mehrere staatliche Banken im Iran sind elektronische Dienstleistungen massiv gestört. Medienberichten zufolge mussten die drei betroffenen Banken – Melli, Saderat und Tejarat – vorübergehend landesweit die Kartendienste ihrer Kunden abschalten.
So sollen unbefugte Zugriffe unterbunden und die Sicherheit der Kundenvermögen gewährleistet werden, erklärte die IT‐Abteilung des Banken-Koordinationsrats laut Nachrichtenportal „Shargh“ am Dienstag.
Experten arbeiteten demnach an der Behebung der Störungen, um den Betrieb so schnell wie möglich wiederherzustellen. Genauere Informationen konnte der Banken-Koordinationsrat jedoch nicht geben. Private Banken im Land sind von den Angriffen nicht betroffen.
Bereits Mitte Juni Cyberangriff auf staatliche Banken
Bereits Mitte Juni hatte ein Cyberangriff vier große staatliche Banken gestört, Online-Zahlungen und mehrere Geldautomaten in der Hauptstadt Teheran fielen aus. Eine iranische Hackergruppe hatte die Angriffe zuvor im Internet angekündigt. „Ein stiller Krieg entfaltet sich und Iran steht unter Cyberangriff“, erklärte die Gruppe Black Wolves auf ihrem Telegram-Kanal.
Bereits 2022 war es während der Frauenproteste zu einem massiven Angriff auf die iranische Zentralbank gekommen. Auch die Überwachungskameras des berüchtigten Ewin-Gefängnisses in Teheran wurden damals gehackt. Veröffentlichtes Bildmaterial zeigte gewalttätige Übergriffe von Wachpersonal auf politische Gefangene. Die Hackerangriffe gelten als Form des digitalen Protests gegen das islamische System im Iran.
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