In seiner Serie „Alte Häuser und ihre Geschichten“ trifft Autor Robert Schneider auf einen Hauch von schottischem Adel inmitten der Vorarlberger Industriegeschichte: Als architektonisches Statement des Frühkapitalismus erbaut, blickt die Villa Falkenhorst in Thüringen auf eine glanzvolle, aber auch bewegte Vergangenheit zurück.
Es muss die Bauern von Thüringen seltsam angemutet haben, als im Jahr 1838 eine dreigeschoßige Villa im bis dahin völlig unbekannten englischem Landhausstil samt einem 10.000 Quadratmeter großen Park hoch über ihren Köpfen errichtet wurde. Ein Jahr zuvor hatte nämlich der aus schottischem Adel stammende John Douglass in dem gottverlassenen Flecken im Walgau die „k. k. privilegierte Baumwoll-Spinnerey und Weberey“ gegründet. Um seine gesellschaftliche Stellung auch architektonisch sichtbar zu machen, wählte Douglass den Standort seiner Villa unweit der Textilfabrik, aber doch sichtbar erhaben und deutlich abgegrenzt vom Arbeitsort. Diese Lage war ein Statement: Sie zog eine distinktive Grenze zwischen Produktion und Arbeiterschaft.
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