Orbán, Weidel zu Gast

Kickl bei Fest: „FPÖ geht es so gut wie noch nie“

Innenpolitik
20.06.2026 17:29

Mit prominenten Gästen in der Hofburg und einem „Volksfest“ am Stephansplatz hat die FPÖ am Samstag ihr 70-jähriges Parteijubiläum begangen. Die deutsche Rechtspopulistin Alice Weidel streute dem „baldigen Volkskanzler“ Herbert Kickl Rosen, der Parteichef selbst wähnte die Freiheitlichen auf einem historischen Höhepunkt. 

Dieser Tag sei „keine alltägliche Angelegenheit“ für Kickl, wie er in der Hofburg zugab: „Der FPÖ geht es so gut wie noch nie in ihrer Geschichte – uns ich darf als Vorsitzender die heutige Festrede zum 70. Geburtstag halten.“ Bevor aber der Parteichef das tat, streuten ihm und der Freiheitlichen Partei prominente Gäste aus ganz Europa Blumen. 

Zu Gast waren neben AfD-Chefin Alice Weidel („Im Kreise der FPÖ fühle ich mich zu Hause“) etwa auch der frühere ungarische Premierminister Viktor Orbán („Wir feiern heute nicht nur die 70-jährige Geschichte der FPÖ – sondern Sie machen Geschichte!“) sowie weitere Vertreter europäischer Rechtsparteien. Nationalratspräsident Walter Rosenkranz meinte in seiner Ansprache in Richtung seines Parteichefs: „Den ersten Platz hast du der FPÖ eigentlich selbst zum Geburtstagsgeschenk gemacht.“ 

Parteivorsitzender Herbert Kickl
Parteivorsitzender Herbert Kickl(Bild: APA/TOBIAS STEINMAURER)
Der FPÖ-Festakt in der Hofburg mit internationaler Beteiligung.
Der FPÖ-Festakt in der Hofburg mit internationaler Beteiligung.(Bild: Jennifer Kapellari)
Bussi für AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel
Bussi für AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel(Bild: APA/TOBIAS STEINMAURER)
Nationalratspräsident Walter Rosenkranz, Herbert Kickl und der steirische Landeshauptmann Mario ...
Nationalratspräsident Walter Rosenkranz, Herbert Kickl und der steirische Landeshauptmann Mario Kunasek(Bild: APA/TOBIAS STEINMAURER)
Walter Rosenkranz
Walter Rosenkranz(Bild: APA/TOBIAS STEINMAURER)
Alice Weidel
Alice Weidel(Bild: APA/TOBIAS STEINMAURER)

FPÖ-Chef Herbert Kickl stellte in seiner Rede die Freiheitliche Partei als Opfer politischer Ausgrenzung und zugleich als „einzigen Hoffnungsträger“ für Österreich dar. Er bedankte sich bei den Anhängern für ihre Loyalität und verwies auf „Schmerz, Verletzungen und Narben“, die viele Freiheitliche aufgrund politischer Auseinandersetzungen erlitten hätten. Die FPÖ sei heute die politische Kraft, vor der sich die etablierten Parteien fürchteten. Zugleich zeichnete Kickl ein düsteres Bild der aktuellen Entwicklung Österreichs und Europas. Er kritisierte die Corona-Maßnahmen als „totalitären Ausnahmezustand“, warnte vor einem Verlust von Souveränität, Wohlstand und gesellschaftlichem Zusammenhalt und bezeichnete die FPÖ als „einzigen und wahren österreichischen Verfassungsschutz“. Denn „die Machr geht vom Volk aus – und wir sind die einzige Partei, die diesen Grundsatz respektieren“.

In der Migrationspolitik bekräftigte Kickl seine Forderung nach einer „konsequenten Remigration“, die er als „vernünftige Gerechtigkeit“ und nicht als „unmenschliche Härte“ bezeichnete. Die Gefährdung der Demokratie gehe seiner Ansicht nach nicht von patriotischen Kräften aus, sondern von politischen Eliten, die ein „Misstrauen gegen das eigene Volk“ hegten. Einen Eintritt in das bestehende politische „System“ schloss er aus und warb stattdessen für einen „Systemwechsel“, den er als Befreiung von einer „verkehrten Welt“ darstellte. Mit Blick auf die nächste Nationalratswahl rief er seine Anhänger dazu auf, den Widerstand nicht aufzugeben, und zeigte sich überzeugt, dass die FPÖ diesen politischen Wandel herbeiführen könne.

Verhaltener Zulauf zum blauen „Volksfest“
Das blaue „Volksfest“ am Stephansplatz, welches parallel am Samstagnachmittag stattfand, zog angesichts der Hitze nur eine verhaltene Besucherzahl an.

Ein „Herbie“ beim blauen „Volksfest“ am Stephansplatz
Ein „Herbie“ beim blauen „Volksfest“ am Stephansplatz(Bild: Jennifer Kapellari)
70 Jahre FPÖ am Stephansplatz
70 Jahre FPÖ am Stephansplatz(Bild: Jennifer Kapellari)
70 Jahre FPÖ am Stephansplatz
70 Jahre FPÖ am Stephansplatz(Bild: Jennifer Kapellari)

Rund 300 FPÖ-Fans lauschten bei Bier und Spritzer der John Otti Band. „Wir warten auf den Herbert Kickl“, hieß es gegenüber der „Krone“. Der Parteichef wird gegen 18 Uhr erwartet. Danach tritt Schlagersänger Roberto Blanco auf.

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