Der Galinawald in der Gemeinde Nenzing ist Naturrefugium und wertvolles Naherholungsgebiet. Neben verschiedenen Wander- und Spazierrouten gibt es auch einen Fitness-Parcours sowie eine Kneipp-Anlage.
Der Galinawald erstreckt sich an den Hängen zwischen Nenzing und dem Galinatal und ist geprägt von Fichten-, Tannen- und Buchenbeständen, die vielerorts einen naturnahen Charakter bewahrt haben. Zahlreiche kleine Bäche durchziehen den Forst und schaffen gemeinsam mit Lichtungen und Waldrändern abwechslungsreiche Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Das Gebiet wird von einem Netz aus Forst- und Wanderwegen erschlossen und eignet sich für unterschiedlich lange Spaziergänge und Wanderungen. Die Routen führen durch schattige Waldabschnitte, vorbei an Aussichtspunkten und ruhigen Rastplätzen mit Blick auf den Walgau und die umliegenden Berge. Besonders an warmen Sommertagen wird das Gebiet wegen seines angenehmen Waldklimas geschätzt.
Typ: abwechslungsreiche Rundwanderung
Ausgangspunkt: kleiner Wanderparkplatz an der Galinastraße (Nähe Wassertrete/Fitnessparcours)
Dauer: je nach Variante zwischen einer
und zweieinhalb Stunden
Ausrüstung: Laufschuhe mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung
Anmerkung: das Grillen ist nur nördlich des Parkplatzes am breiten Bachbett gestattet. Im Wald selbst ist kein offenes Feuer erlaubt!
Einkehrmöglichkeiten: in Nenzing und Frastanz
Website:Galina Wald Vereins
Leichter, abwechslungsreicher Rundweg
Neben gemütlichen Spaziergängen sind auch längere Wanderungen möglich, etwa in Richtung Galina- oder Bazulgebiet. Der große Rundweg beispielsweise startet am Parkplatz und führt dann entlang des Biotoprundweges, durch Wald und Wiesen, über den Fluss Galina und weiter durch den Wald und zum Ausgangspunkt zurück. Überdies gibt es auch einen Fitness-Parcours, der über mehrere Stationen – mit und ohne Geräte – verfügt. Die Strecke eignet sich auch für Menschen, die sportlich weniger ambitioniert sind. Dabei wandert man über Waldpfade und abschnittsweise entlang des rauschenden Galinabachs.
Das etwas über sieben Kilometer lange Gewässer entspringt im Galinatal, nordöstlich des Galinakopfs (2198 Meter) und mündet zwischen Feldkirch und Nenzing in die Ill. Die Bezeichnung „Galina“ hat rätoromanische Wurzeln und beschreibt ein „verstaudetes und verbuschtes Gelände“. Lange Zeit war die Galina als einer der größten Geschiebebringer an der Ill berüchtigt. Maßnahmen der Wildbach- und Lawinenverbauung konnten das Gebiet größtenteils sichern. Die Eingriffe machten es zudem erst möglich, dass sich der Galinawald zu seiner heutigen Größe entwickeln konnte. Seither kam es nur noch zu kleinräumigen Überschwemmungen.
Der Wiesen-Wachtelweizen gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse und ist eine charakteristische Pflanze lichter Wälder, Waldränder und nährstoffarmer Wiesen. Die einjährige Art erreicht meist eine Höhe von 15 bis 40 Zentimetern und fällt vor allem durch ihre zarten, gelb gefärbten Blüten auf, die zwischen Juni und September erscheinen. Die Blätter sind schmal und einer Lanzette ähnlich. Eine Besonderheit des Wiesen-Wachtelweizens ist seine Lebensweise als Halbschmarotzer. Mithilfe spezieller Wurzelorgane zapft er benachbarte Pflanzen an und entzieht ihnen Wasser sowie Nährstoffe. Gleichzeitig betreibt er jedoch selbst Photosynthese und ist daher nicht vollständig von seinen Wirtspflanzen abhängig. Diese Anpassung ermöglicht ihm das Überleben auf vergleichsweise nährstoffarmen Standorten. Die Samen des Wiesen-Wachtelweizens besitzen fettreiche Anhängsel, die Ameisen anlocken. Diese tragen die Samen oft über größere Entfernungen fort und leisten so einen Beitrag zur Verbreitung der Art. Für verschiedene Insekten stellt die Pflanze zudem eine wichtige Nahrungsquelle dar. Wo der Wiesen-Wachtelweizen wächst, weist er häufig auf naturnahe und wenig intensiv genutzte Lebensräume hin.
Wenn Himmel und Wasser verschwimmen
Die Gemeinde Nenzing hat in Zusammenarbeit mit der Agrargemeinschaft auch einen Waldlehrpfad eingerichtet. Für eine besonders abwechslungsreiche Tour folgt man entweder diesem oder dem Fitnessparcours, erfrischt sich danach bei der Kneipp-Anlage am Eingang des Waldes und macht schließlich noch einen Abstecher zum idyllisch gelegenen Galinasee. Libellen kreisen im Uferbereich des ehemaligen Baggersees, der mittlerweile von einem Auwäldchen umwachsen ist und von Fischern sowie Erholungssuchenden frequentiert wird. Auf einem schmalen Pfad lässt sich das Gewässer umrunden. Bänke bieten eine Möglichkeit für eine Rast mit schönem Ausblick. An windstillen Tagen spiegelt das Wasser den Himmel und die Grenzen zwischen dem Blau des Firmaments und jenem des Sees verschwimmen. Nach diesem landschaftlichen Highlight geht es retour zum Wanderparkplatz.
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