Zuletzt verbesserte Lisa Redlinger ihre persönliche Bestleistung über 5000 Meter um unglaubliche 77 Sekunden. Jetzt steigerte sich die Vorarlbergerin bei der „Vienna Track Night“ nochmals um 6,99 Sekunden, markierte in 15:12,03 Minuten die zweitschnellste Zeit, die jemals eine Österreicherin über diese Distanz laufen konnte.
„Zweitschnellste Österreicherin! Das fühlt sich richtig gut an“, jubelte die 23-jährige Lustenauerin wenige Minuten, nachdem sie bei der „Vienna Track Night“ ins Ziel gekommen war. Dabei wäre für die Webdesignerin, die sich bereits während ihres Studiums in den USA ihre eigene Firma aufgebaut hat, noch mehr drinnen gewesen.
Lange vor Pumpers Rekordzeit
Lange lag Redlinger bei den Durchgangszeiten sogar vor der 25 Jahre alten Rekordzeit von Susanne Pumper, die am 27. Juli 2001 in London 15:10,45 Minuten gelaufen war, später wegen Dopingvergehen aber für insgesamt acht Jahre gesperrt wurde. „Als mich die weiße Linie, die den Rekord anzeigt, überholt hat, dachte ich: Scheiße! Aber dann nach einer halben Runde habe ich gemerkt, okay, es ist noch nicht vorbei, es kann sich ausgehen“, analysierte Redlinger. „Man hat im Lauf ziemlich viel geschubst, das kenne ich so gar nicht und das war natürlich nervig. Ich habe aber alles probiert und alles gegeben.“
Quali scheint in Reichweite
Mit ihrer neuen Bestzeit – die gleichzeitig auch Vorarlberger Landesrekord ist – wird die TS Lustenau-Athletin jetzt endlich auch in der Road-to-Birmingham, dem offiziellen Quali-Ranking für die Europameisterschaft, die vom 10. bis 16. August in der englischen Stadt stattfindet, angeschrieben. Laut „Krone“-Hochrechnung sollte Redlinger dort schon bald mit 1162 Punkten als 20. aufscheinen. Die Top-25 sind bei der EM startberechtigt.
Kamenschak vor Vojta
Auch sonst hatte die Vienna Track Night einiges zu bieten. Bei den Männern gewann Kevin Kamenschak das Rennen um den 5000-m-Titel in 13:36,43 vor Andreas Vojta, der schon bei 53 Staatsmeistertiteln hält und sich schon im Formaufbau für seinen EM-Start im Marathon befindet. Kamenschak: „Endlich habe ich mal den großen Vojta geschlagen.“
Caro Bredlinger 1:59,64
Caroline Bredlinger gewann die 800 m in sehr starken 1:59,64. Damit blieb sie zum fünften Mal in ihrer Karriere unter 2:00 Minuten. Zweimal schon war sie unter 1:59 geblieben – im Vorjahr mit 1:58,95 in Maribor und mit 1:58,99 in Berlin. „Ich bin mit dem Rennen heute sehr zufrieden“, freute sich die Burgenländerin.
Titel für Rattinger und Millonig
Im Hindernislauf holten sich Tobias Rattinger und Lena Millonig die Staatsmeistertitel über 3000 m Hindernis. Nur vier Tage nach seinem Sturz-Pech in Ostrava gewann Rattinger den Titel in 8:18,73. Lena Millonig war in 9:58,37 erfolgreich. „Wenn es eine Zeit unter 10.00 Minuten ist, bin ich natürlich zufrieden“, meinte die Niederösterreicherin, die heuer zuvor zweimal diese Marke verpasst hatte. Durch den Sieg in Wien stiegen auch ihre Chance auf eine Teilnahme an der EM.
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