Am Anfang war der Bovensiepen Zagato. Das erste eigene Automodell nach dem Ende von Alpina als eigenständige Marke. Nun haben die Bosse Andreas und Florian Bovensiepen ihr zweites „Baby“ präsentiert: den 05 GT.
Während das Erstlingswerk unter der Design-Ägide von Zagato ziemlich eigenständig (und entsprechend teuer – in Österreich ab 471.800 Euro!) geraten ist, bleibt der jüngste Bolide näher am Ausgangsfahrzeug. Es ist eine edlere und dezentere Version des BMW M5 Touring.
Der 05 GT trägt weniger dick auf, wirkt feiner. Und das ist gewollt, schließlich lautet das Bovensiepen-Motto „Fine Driving“. Inwiefern das Fahrwerk diesem Anspruch gerecht wird, werden wir später herausfinden. An Motorleistung mangelt es dem in Buchloe veredelten M5 jedenfalls nicht: 800 PS und 1100 Nm übertreffen den PHEV-Antrieb des Münchners deutlich.
Das äußere Erscheinungsbild trägt die Handschrift des Designers Frank Stephenson, für den BMW nicht fremd ist. Neben Ferrari, Maserati oder McLaren hat er auch schon am ersten BMW X5 und der Neuauflage des modernen Mini Cooper Hand angelegt. Bei der Präsentation wies er gleich darauf hin, dass er einen Designfehler am BMW M5 Touring ausgemerzt habe (siehe Video oben), im Bereich des Übergangs zwischen hinterer Tür und Kotflügel zum Schweller.
Ein markantes Stilelement zieht sich über die gesamte untere Karosseriepartie: Eine umlaufende Linie verbindet Frontschürze, Seitenschweller und Heckpartie zu einer Einheit. Die Farbe der Linie kann jeweils passend zur Außenlackierung gewählt werden.
Elementarer Bestandteil der neuen Bovensiepen-Designsprache ist die kraftvolle Front mit einem lasergeschnittenen, hochwertigen Edelstahlgrill und großen Lufteinlässen.
Intensiv gearbeitet haben sie daran, dass das Heck schlanker wird. „Das war nicht leicht, weil da viel Technik darunter ist“, erklärte ein Sprecher. Es ist definitiv gelungen. Durchaus fett sind hingegen die vier ovalen Endrohre der Akrapovič-Titan-Abgasanlage (die knapp acht Kilogramm einspart).
An anderer Stelle wurde das Design nicht grundsätzlich verändert, aber doch eine andere Option gewählt: Die optisch leicht missratene Niere des M5 wurde durch die Standard-Niere ersetzt (also nicht die M-Version). Auch sie ist wegen der Plastikfläche mit dem Radar dahinter kein Ausbund an Schönheit, aber doch deutlich besser gelungen.
Daran sieht man schon, dass es diesmal nicht das Ziel war, ein komplett neues Auto zu gestalten, sondern ein bestehendes dezent zu überarbeiten.
Zwar ist es nicht sonderlich elegant, dass man das BMW-„M“ an einigen Stellen findet, in manche Kleinigkeiten konnte man in Buchloe aber nicht eingreifen, ohne die Kosten ins Unermessliche steigen zu lassen. So ist das M an der B-Säule in den Rahmen geprägt und damit quasi in Stein gemeißelt. Ein weiteres M ziert den Drehdrücksteller – und natürlich ist die Herkunft in der ganzen Software nicht zu leugnen.
Besonders hochwertig ist der Innenraum, auch wenn man nicht die Option Lavalina-Leder wählt. So sind die Mittelkonsole und die Konsole seitlich an den Sitzen, die die Sitzverstellung trägt, beledert. Fast überall, wo die Finger oft Material berühren, treffen sie auf Leder.
Der Grundpreis für Deutschland beträgt 198.900 Euro, in Österreich wird er in überschaubarem Maß darüber liegen (wegen des Plug-in-Hybrid-Antriebs wird kaum NoVA fällig). Damit verlangt Bovensiepen einen Aufschlag von rund 50.000 Euro auf den BMW M5 Touring. Die ersten Auslieferungen sind für Ende 2026 geplant.
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