Aufstehen fürs Match

Fußball-WM: Das rät der Schlafmediziner allen Fans

Regeneration & Schlaf
16.06.2026 20:00

Der Wecker klingelt für das Österreich-Match früher als gewohnt, so mancher Anpfiff erfolgt sogar mitten in der Nacht – und Millionen Fußballfans wollen hellwach sein. Wie wirkt sich das WM-Fieber auf den Schlaf aus? Schlafforscher Dr. Michael Saletu erklärt, warum Motivation vieles möglich macht und wo die Grenzen des Körpers liegen.

Wenn bei der Fußball-WM Spiele in den frühen Morgenstunden angepfiffen werden, stehen manche Fans vor der Entscheidung: Schlafen oder Fußball schauen? Viele werden auf „das runde Leder“ setzen. Für Schlafmediziner Dr. Saletu ist klar: „Ein paar Nächte mit frühem Fußballschauen bringen den Schlafrhythmus nicht sofort komplett durcheinander – aber sie sind eine klare Belastung für den Körper.“

Denn der Schlaf wird von der sogenannten inneren Uhr gesteuert. Diese orientiert sich vor allem an Licht und regelmäßigen Schlafzeiten. Wer wegen eines WM-Spiels plötzlich deutlich früher aufsteht als sonst, bringt diesen Rhythmus vorübergehend aus dem Takt. Dr. Saletu vergleicht das mit einem leichten Jetlag. Der Unterschied: Durch Motivation und Vorfreude fällt das frühe Aufstehen leichter. „Das ist wie, wenn man in aller Früh einen Flug in den Urlaub erreichen muss. Da schafft man es ja auch, um 4 Uhr am Flughafen zu sein.“

Tipps des Schlafmediziners
Für WM-Fans hat Dr. Saletu einige praktische Tipps parat: „Die Nacht vor dem Spiel durchzumachen ist nicht empfehlenswert, weil der Schlafrhythmus nachhaltiger gestört wird. Am besten geht man wie bei einer kurzen Zeitverschiebung vor – also bewusst mit dem Schlaf ,spielen‘, statt durchzumachen.“

Konkret empfiehlt der Schlafmediziner: „Ein, zwei Tage vor dem Spiel sollte man beginnen, ein paar Stunden früher ins Bett zu gehen. Um das zu schaffen, gilt es, am Nachmittag und am frühen Abend Licht so gut wie möglich zu meiden. Am Tag des Spiels ,strategisch‘ aufstehen, das heißt den Wecker auf knapp vor dem Anpfiff stellen, nach dem Aufwachen gleich helles Licht einschalten und etwas Bewegung machen. Wer möchte, setzt zusätzlich auf Koffein (z.B. Kaffee trinken). Am Folgetag kann zusätzlich ein kurzer Powernap von zehn bis zwanzig Minuten helfen, um große Müdigkeit in den Griff zu bekommen.“

Wie schnell entsteht eigentlich Schlafmangel?
„Schlafmangel beginnt sofort nach der ersten kürzeren Nacht – spürbar problematisch wird er aber erst, wenn mehrere kurze Nächte aufeinanderfolgen“, so der Mediziner. Die Auswirkungen zeigen sich tagsüber: Konzentration und Reaktionsfähigkeit nehmen ab, die Reizbarkeit steigt. Als Richtwert gelten an sich sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht. Wer regelmäßig unter sechs Stunden schläft, befindet sich bereits im Bereich eines deutlichen Schlafmangels.

Zu den häufigsten Ursachen – abgesehen vom Fußballschauen – zählen Stress, Grübeln, ein unregelmäßiger Lebensrhythmus, Schichtarbeit und Bildschirmnutzung bis spät in die Nacht. Auch Erkrankungen, Schmerzen, Schlafapnoe oder psychische Belastungen können den Schlaf beeinträchtigen.

Ist Schlafmangel gefährlich?
Das hängt von seiner Dauer ab. Kurzfristig ist Schlafmangel vor allem ein Sicherheitsrisiko: Aufmerksamkeit und Reaktionszeit verschlechtern sich, die Fehlerwahrscheinlichkeit steigt. Das ist besonders relevant beim Autofahren und Bedienen von Maschinen. Langfristig steigt das Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Übergewicht, Diabetes, Depressionen und ein geschwächtes Immunsystem. Dr. Saletu beruhigt jedoch alle Fußballfans: „Eine müde Nacht ist also meistens kein Drama. Gefährlich wird es erst, wenn zu wenig Schlaf zum Dauerzustand wird.“ Und so lange dauert die WM ja nun auch wieder nicht ...

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung