Michael Olise startet gegen Senegal (HIER im Sportkrone.at-Ticker) in seine erste Weltmeisterschaft – im Trikot von Frankreich. Dabei hätte sich der Bayern-Star auch für England, Nigeria oder Algerien entscheiden können. Vor allem die Engländer kämpften jahrelang um den Offensivspieler.
Der in London geborene Olise feierte 2019 mit 17 Jahren sein Profidebüt für den FC Reading. Kurz darauf wollte ihn die englische U20-Nationalmannschaft für sich gewinnen. Ex-Reading-Coach Mark Bowen erinnert sich gegenüber Eurosport Frankreich: „Ich traf mich sofort mit Michael und sage ihm, dass Paul Simpson ihn nominieren will und dass dies eine einmalige Gelegenheit für ihn sei, mit der englischen U20 zu spielen. Ich legte ihm alle meine Argumente vor.“
Mutter spielte wichtige Rolle
Doch Olise entschied sich dagegen. Eine wichtige Rolle spielte dabei offenbar seine Mutter, die mit ihm Französisch sprach und ihm die Kultur Frankreichs näherbrachte. „Als ich klein war, kam ich hierher, ich hatte diese Verbindung zu Frankreich – ich bin stolz“, erklärte der Bayern-Star bei den Olympischen Spielen 2024.
Doch neben England und Frankreich wären zudem noch Nigeria väterlicherseits und Algerien mütterlicherseits Optionen für Olise gewesen.
Der damalige nigerianische Teamchef Gernot Rohr verriet einst dem „kicker“: „Wir haben ihn damals getroffen, um ihn von Nigeria zu überzeugen, weil er neben seiner Schnelligkeit über einen starken Abschluss sowie einen fantastischen linken Fuß verfügt.“ Nigeria blitzte ab ...
Englands letzter Versuch vor der EM 2024
Vor der EM 2024 startete England noch einen letzten Versuch. „Er müsste seine sportliche Staatsangehörigkeit wechseln. Das Verfahren würde einige Zeit in Anspruch nehmen. Er ist natürlich ein großartiger Spieler, er wurde nicht in Frankreichs Kader aufgenommen und ist ein Spieler, der uns interessieren muss, weil er hervorragend ist – aber es besteht keine Chance, dass das rechtzeitig zur EM klappt“, ordnete der damalige Trainer Gareth Southgate im Mai 2024 ein.
Im Spätsommer 2024 stand für Olise statt der großen EM mit England das vergleichsweise kleinere olympische Fußballturnier an. Mit Erfolg! Die „Les Bleus“ unter Trainer Thierry Henry spielte sich bis ins Finale und mussten sich erst dort Spanien geschlagen geben.
Henry: „Habe enormen Respekt“
Henry adelte Olises Entscheidung später: „Er hätte bei der EM mit England spielen können, doch er entschied sich, bei den Olympischen Spielen für Frankreich anzutreten. Sein Traum ist es, für die französische Nationalmannschaft zu spielen. Dafür habe ich enormen Respekt.“
Nun steht für den Bayern-Star mit der WM 2026 das erste große Turnier bevor – und ausgerechnet in der hochkarätig besetzten Offensive der Franzosen gilt der 24-Jährige bereits als gesetzt.
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